Nationalhelden

Einheit in der Vielfalt, ließe sich sagen, in Argentinien jedenfalls weit verbreitet: man verehrt gleichzeitig Che Guevara, Diego Maradonna, Juan Domingo und Eva Perón.
Das Argentinische Selbstbild ist nach wie vor stark von der prosperierenden Phase der peronistischen Ära geprägt. Und in den 1930er Jahren war das BSP pro Kopf höher als das Österreichs, Italiens oder Japans. Wenn in Argentinien heutzutage von der Krise die Rede ist, steht daher häufig die Frage im Raum, wie das Land so tief fallen konnte. Eine andere sehr prägende Phase war die Zeit der letzten Militärdiktatur von 1976 bis 1983, der 30.000 Menschenleben zum Opfer fielen und deren ortohodox-monetaristisches Stabilisierungsprogramm dem Land einen riesigen Berg an Schulden hinterließ. Die Auslandsschulden versechsfachten sich in der Zeit von 7,8 auf 45,1 Mrd. US $. Finanziert wurden damit vor allem Kapitalflucht, Schuldendienst und Rüstungsimporte. Aktive Hilfe erhielten die Diktatoren vom IWF, der der Zentralbank sogar einen eigenen hohen Beamten zur Seite stellte. Die Verschuldung wurde zur Schuldenkrise, der Schuldendienst belastete die gesamte Entwicklung.
Ende der 80er Jahre befand sich Argentinien schliesslich in einer schweren Krise, deren hervorstechendes Merkmal 1989 eine Hyperinflation fast 200% monatlich war. Obwohl die Linie der Militärs wie auch der folgenden zivilen Regierung Alfonsín z.T. von Spar- und Stabilitätspolitiken geprägt war, wurden Stimmen hegemonial, die die Krise auf Protektionismus, überzogene Staatsintervention und –ausgaben zurückführten.

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