Menem
Totgesagte leben
länger: Carlos Saúl Menem, Staatspräsident der peronistischen
Gerechtigkeitspartei (Partido Justicialista) von 1989-1999, zentrale Figur
der Durchsetzung neoliberaler Reformen und mitverantwortlich für
die schwere Krise, wittert wieder Morgenluft. Menem hatte seinen Wahlkampf
noch mit dem Versprechen von Lohnerhöhungen und einer harten Haltung
gegenüber den ausländischen Gläubigern geführt. Doch
wurde nach Amtsantritt 1989 ein radikal entgegengesetzter Weg eingeschlagen:
durch einen Mix aus Dollarisierung der Währung, Sparpolitik, Privatisierungen,
Handels- und Kapitalmarktliberalisierung sollten sowohl finanzielle Stabilität
als auch wirtschaftliches Wachstum herbeigezaubert werden. Zentraler Faktor
in dem Konzept für Wachstum und Bedienung der wachsenden Auslandsschulden
war der Zufluss ausländischen Kapitals. Befreit von Kapitalverkehrskontrollen,
gegen Währungsrisiken durch die 1991 eingeführte gesetzliche
Dollarparität abgesichert und durch Arbeitsmarktderegulierungen begünstigt,
sollte dies z.B. in die umfassenden Privatisierungen staatlicher Unternehmungen
fließen.
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