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Tourismus – Lösung oder Fluch?

Die Frage nach der nachhaltigen Entwicklung peripherer Regionen

Heike Egner (Hg.) Geographisches Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2003, 118 S., 45 Abb., 15 Tabellen, 14,50 €

Rezension:

Wie der Titel „Tourismus – Lösung oder Fluch?“ verrät, stellt die Beitragssammlung den Versuch dar, die Vor- und Nachteilen des Tourismus in peripheren Räumen gegeneinander abzuwägen.

„Es ist in der Tat sehr einfach, ... den Tourismus... zu kritisieren; Lösungen zu finden dagegen ausgesprochen schwer“, merkt Heike Egner im Vorwort an. Überzeugend wirkt das Buch, weil nicht gleich zu jedem Problem eine Lösung angeboten wird. Ob der Tourismus in peripheren Regionen nun als Lösung sozio-ökonomischer Probleme oder deren Verursacher zu bewerten ist, kann nie allgemein, sondern nur am konkreten Beispiel und oft nur für bestimmte Interessensgruppen beantwortet werden. Dies zeigen sowohl die positiven als auch negativen Beispiele des Buches ganz deutlich. Diese ehrliche Beantwortung der im Titel aufgeworfenen Frage verleiht dem Buch einen weitgreifenden Charakter und legt es nicht auf eine Interessensrichtung fest.

Die acht vorgestellten Forschungsarbeiten sollen im Schulunterricht einsetzbar sein. In der Tat bieten die vielen Karikaturen, Landkarten, Graphiken, Zeitungsartikel, Internetadressen etc. einiges Material zur Veranschaulichung. Die einzelnen Kapitel sind übersichtlich geordnet und die Artikel gut aufgebaut, auch verliert sich die Sprache nicht in dem sonst üblichen Expertendialekt.

Einzelne Aspekte werden durch Beispiele sehr unterschiedlicher Regionen aus verschiedenen Erdteilen behandelt. So sollen Schüler am Exempel Mallorca die Nachteile des Massentourismus für die lokale Bevölkerung und die Natur erkennen und sensibilisiert werden, selbst Lösungen für einen nachhaltigen, „sanften“ Tourismus zu finden. Diese Arbeit von Karl Hoffmann gibt konkrete Unterrichtsvorschläge, die nach Klassenstufen geordnet, als Vorlage für den Geographieunterricht hilfreich sind. Andere Beiträge informieren eher allgemein über einzelne Aspekte der komplexen Thematik, ohne direkt als Unterrichtsvorlage gedacht zu sein. Eine Übertragung in ein didaktisches Konzept dürfte jedoch nicht schwer fallen. Interessant ist zudem der Zusammenhang zwischen der touristischen Problematik mit aktuellen internationalen Phänomenen. Dies zeigt Hartmut Lücke in seinem Beitrag „Der Fall Korsika. Tourismus oder Terrorismus?“

Schade nur, dass thematische Überschneidung der Beiträge dann doch an der ein oder anderen Stelle ermüden. Auf jeden Fall ist diese Sammlung für die Gestaltung eines interessanten Erdkunde-Unterrichts zu empfehlen, denn die gängigen Geographiebücher bieten hier bekanntlich wenig.

Alexandra Nitz

 

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