iz3w Nr. 276: online bestellen:

... muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Die Sicherheit im Tourismus verlangt nach mehr Kontrolle.

Bali, Mombasa und Djerba stehen für eine Serie terroristischer Anschläge auf Touristenzentren. Sie vergegenwärtigen, wie brüchig die Schutzmaßnahmen zur Herstellung der Reisesicherheit sind. Nun wird dieser ªvagabundierenden´ Gewalt im und auch durch Tourismus mit diffusen und bislang umstrittenen Mitteln begegnet ‚ und dabei mehr denn je die Migration kontrolliert.
Martina Backes


iz3w Nr. 273: online bestellen:

(K)ein Urlaubsland wie jedes andere.
Die Türkei als Reiseziel für Deutsch-TürkInnen

Gemeinhin wird angenommen, dass die in Deutschland lebenden TürkInnen in die Türkei fahren, um ihre "Heimat" zu besuchen. Auf die große Mehrzahl der türkischen "Gastarbeiter" traf dies auch zu. Doch in den letzten zehn Jahren hat ein Wandel eingesetzt. Besonders die Deutsch-Türkinnen der zweiten und dritten Generation stellen sich mit ihrem Urlaubsverhalten quer zu den Einordnungsversuchen in nationale Kulturen.
Christopher Vogel


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Leben mit der Bombe
Terrorismus und Tourismus in Bali

Die indonesische Insel Bali galt lange Zeit als Hort des Friedens und touristisches Paradies. Nach dem brutalen Bombenanschlag vor einem Jahr hat sich dies grundlegend geändert. Die ausländischen Touristen bleiben noch immer weitgehend aus, die Fremdenverkehrs-branche liegt inzwischen am Boden. Und auch der gesellschaftliche Frieden in Indonesien ist längst noch nicht wiederhergestellt.
Stehpan Günther


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Ausflug zum Aufstand
Javier Brailovsky und Romina Ruffato:
Rubrik: Kurz belichtet


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Entgrenztes Feriengeschäft
Das GATS beschleunigt die Liberalisierung des Tourismus
Interview mit dem indischen Aktivisten K.T. Suresh

Das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) legt die Gleichbehandlung in- und ausländischer Anbieter im Tourismussektor fest. Kleine Reiseunternehmen treten nun weltweit mit großen Konzernen in Konkurrenz. Dabei wird die staatliche Steuerung zum Schutz von Sozialstandards ebenso erschwert wie die politischen Entscheidungsrechte lokaler Regierungen ausgehebelt.


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Japanese miracle
Prostitution und Migration in (Süd-)Ostasien
von Hiromi Tanaka

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Frauen Südostasiens durch westliche Touristen findet hierzulande große mediale Beachtung. Die nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit von sexuellen Dienstleistungen führt jedoch vor allem zwischen den Ländern Ost- und Südostasiens zu Sextourismus und prostitutionsbedingter Migration. Diese sind keine kulturell bedingten »asiatischen« Phänome, sondern vor allem Symptom von Japans Vormachtstellung.

Burma-Reisen: boykottieren oder buchen?
Tourismus stützt die Diktatur
von Lara Marsh

Seit Mitte der 90er Jahre rufen einige tourismuskritische Organisationen in Europa und Nordamerika zum Reiseboykott gegen Burma auf. Sie wollen verhindern, dass die dortige Diktatur ihren ramponierten Ruf durch den Tourismus aufbessern und mit den Einnahmen den Militärapparat stärken kann. Im Rahmen unserer Reihe »FernWeh« greifen wir die Frage nach Sinn und Unsinn eines Burmaboykotts auf. Hilft der Verzicht auf Reisen nach Burma der demokratischen Bewegung im Lande, oder kann im Gegenteil der Tourismus – zumindest auf Umwegen – zu ihrer Stärkung beitragen?


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Skurrile Tauschgeschäfte
Wie Tourismus zum Klimaretter wird
von Martina Backes

Auf der UN-Klimakonferenz in Kyoto verpflichteten sich die westlichen Industrieländer zu einer Reduktion einiger Treibhausgase um rund fünf Prozent bis zum Jahr 2012. Jetzt feilt der Norden an den Schlupflöchern des Protokolls: Die Emissionseinsparungen müssen nicht nur am eigenen Schornstein sondern dürfen auch in anderen Ländern verwirklicht werden. Verfahrensfragen dazu werden erst im November in Den Haag verhandelt. Die Weltbank präsentierte bereits ein fertiges Konzept. Danach kann sich der Norden von seinen Verpflichtungen durch die Finanzierung des Schutzes von Regenwäldern billig freikaufen. Dieser Plan kommt dem Interesse einer Erhaltung profitabler touristischer Kulissen sehr entgegen.


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Ökotourismus ist ein Kompromiß
Zu Besuch bei den Indigenen
Ein Gespräch mit dem südafrikanischen Fotografen Paul Weinberg

Indigene Bevölkerung wird gerade in Dritt-Welt-Ländern gerne von westlichen TouristInnen als besondere Attraktion aufgesucht. Die »Attraktionen« versuchen ihrerseits auf verschiedenste Art, vom Tourismus zu profitieren. Ein von den Gemeinden selbst organisierter Ökotourismus wird oft als Alternative zu anderen wirtschaftlichen Aktivitäten gesehen, um einerseits Einkommen zu schaffen, andererseits kulturelle Besonderheiten bewahren zu können.
Die folgenden Interviews nehmen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven Stellung zu der Problematik. Der südafrikanische Fotograf Paul Weinberg setzt sich in seinen Arbeiten mit der Situation der Indigenen und ihren Möglichkeiten, diese zu verbessern, auseinander. Ökotourismus sieht er ganz pragmatisch als Entwicklungspotential für die Bevölkerung. Der australische Filmemacher Dennis O´Rourke stellt demgegenüber westliche TouristInnen und ihre Motivation, indigene Gruppen zu besuchen, ins Zentrum seines Films. Besonders im Dritt-Welt-Tourismus offenbart sich für ihn das »Elend der menschlichen Beziehungen«, »verseucht von der Vorstellung, dass alles gekauft und verkauft werden kann«.
Keiner der Interviewten ist Fachmann zu Tourismus. Beide sind eher beiläufig auf das Thema gestoßen, als Teil ihrer sozial- und gesellschaftskritischen Arbeiten. Zwischen den Fotoarbeiten von Paul Weinberg und dem Film »Cannibal Tours« liegen 10 Jahre und zwei Kontinente. Beides Gründe, die einen direkten Vergleich der beiden Positionen nicht nahe legen. Die unterschiedliche Bewertung des Themas Tourismus und Indigene veranschaulicht jedoch idealtypisch die gegensätzliche Einstellungen in der Tourismuskritik zu Alternativen im Tourismus.»Ökotourismus ist ein Kompromiss«


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»Ich reise, um zu leben«
Frauenreiseliteratur der 90er Jahre zwischen Flucht und Abenteuers
von Rosaly Magg

Seit einigen Jahren sind die Buchläden voll von »abenteuerlichen« Reisebeschreibungen »mutiger« und »außergewöhnlicher« Frauen, die allein in entlegenste Gebiete »vordringen« konnten und somit eine »bedeutende Bastion männlicher Alleinherrschaft« eroberten. Moderne Frauenreiseberichte wie der Bestseller »Die weiße Massai« von Corinne Hofmann beschwören die Besonderheiten des »weiblichen Aufbruchs« in die Fremde. Allein die Tatsache, dass Frauen reisen, wird hierbei als emanzipatorisch bewertet. Welche anderen Potentiale und Problematiken darin verborgen sind, wird meist übersehen oder geleugnet.


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Immer noch brandet die Ferne
Tourismustheorie nach Enzensberger
von Cord Pagenstecher


Studien zum Ferntourismus untersuchen meist dessen sozioökonomische und kulturelle Auswirkungen auf die Bereisten. Je mehr sie diese als ‘Opfer’ verstehen, desto weniger beachten sie aber die Motive und Wahrnehmungen der Reisenden. Theoretisch stützen sich die Studien häufig auf Entwicklungs- und Dependenztheorien; zu wenig werden die Ansätze einer Tourismustheorie genutzt. Auf der Basis der vor 41 Jahren erschienenen Theorie des Tourismus von Hans Magnus Enzensberger werden anthropologische, soziale und historische Konstruktionen touristischer Leitbilder diskutiert.

Endlich Daheim!
Von der Flucht ins Andere zur Aneignung der Welt
von Edith Kresta
»Es gehört zum Ausbruch in die Unbelangbarkeit der Enthusiasmus der Abwesenheit: der Mensch wird unbelangbar durch die Reise und halbwegs auch durch ihre Vorbereitung und Auswertung. ... Wo das Zuhausesein zunehmend bedeutet, vor einem Tribunal Selbstentschuldigungen leben zu müssen, locken die fremden Länder und Völker als Gelegenheiten, nicht zuhause zu sein. ... das 18. Jahrhundert ist ein Jahrhundert der Reise als eines Ausbruchs in die Unbelangbarkeit und darin – nota bene – Protagonist manch späterer Reisewut.« Odo Marquardt, Abschied vom Prinzipiellen, 1978

Reise in die Vergnügungsperipherie
Die Tourismuskritik und die Dritte Welt
von Christian Stock

Die Tourismuskritik und insbesondere die Debatte über den Tourismus in Dritte-Welt-Länder stagniert seit Anfang der 90er Jahre. Die gesellschaftstheoretische Reflexion über die Motive und Auswirkungen des Reisens ist pragmatischen Ansätzen für umwelt- und sozialverträglichen Tourismus gewichen. Doch durch den Verzicht auf Grundsatzdiskussionen werden die Fehlannahmen der früheren Tourismuskritik fortgeschrieben.

Öko auf Nachfrage
Fallstricke bei den Alternativen zum Massentourismus
von Petra Stephan

Umweltverträgliches Reisen endet in der Regel bereits am Flughafen. Die Fernreise-Branche hat dennoch den Ökotourismus für sich entdeckt. Sozial und ökologisch korrekt soll Tourismus gar zum Erhalt von Natur und Kultur beitragen. Doch auf der Suche nach Gegenentwürfen müssen Stolpersteine und Fallstricke beim Namen genannt werden.

Patentjäger auf Safari
Tourismuspolitische Pioniere zu Besuch bei den »Indigenen«
von Martina Backes

Mit Konzepten für »Nachhaltigen Tourismus« und für den Erhalt der »Biologischen Vielfalt« werden ökologisch und sozial saubere Reisenischen neu konstruiert. Neuerdings spielt dabei auch die Kategorie des »Indigenen« eine wichtige Rolle. Während die Bereisten dabei Gefahr laufen, zur Schau gestellt zu werden, fließen die Gewinne zuallererst an die Reiseveranstalter.

Global Networking
Rivalitäten in der NGO-Gemeinde
Gespräch mit Nina Rao

Kann die Vernetzung zwischen Basisgruppen und internationalen Organisationen hierarchische Strukturen zwischen der lokalen und globalen Ebene überwinden helfen, oder erweisen sich die Heterogenität der Akteure und die informellen Dominanzstrukturen innerhalb der Vernetzungsprozesse als schlichte Strukturfalle? In wie weit sichern sich tourismuskritische Organisationen innerhalb dieses komplexen Prozesses ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten? Wie sieht das Verhältnis zwischen Nord- und SüdvertreterInnen aus?


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Das Recht auf’s Paradies
Der »nachhaltige« Tourismus integriert die Kritik in die Wachstumsideologie
von Martina Backes

Was bedeutet das Recht jedes einzelnen auf Reisefreiheit, wenn es nur einem kleinen Teil der Weltbevölkerung zur Verfügung steht, während die Menschen in den bereisten Ländern sich selbst, ihre Kultur und die Natur zu Markte tragen? »Nachhaltiger Tourismus« ist das Zauberwort zur Lösung des Dilemmas. Mit ihm sollen die negativen sozialen und ökologischen Folgen der Reisewut begrenzt und gleichzeitig das Potential des Tourismus für die Entwicklung vieler Länder des Südens genutzt werden. Zur Verbindung von Entwicklung und Nachhaltigkeit im Tourismus liegt jetzt erstmals ein UN-Programm vor.


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Infomappe: "Touristen sind wie Devisen" online bestellen:


Pressedokumentation: "Tourismus und biologische Vielfalt" online bestellen:


Infomappe: "Ökotourismus in die Karibik und in Lateinamerika" online bestellen:


Reader: "Jede Reise eine gute Tat " online bestellen: