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PublikationenLiteraturReiselust. Touristen, Tourismus und Uralubskultur.Von Christoph Hennig. Suhrkamp Taschenbuch, Frankfurt a.M. 1999, 228 S., DM 14,80.In seinem Buch Reiselust - Touristen, Tourismus und Urlaubskultur meint Christoph Hennig, Fest, Spiel und Ritual trieben uns in die Ferne, Fantasien über edle Wilde und Barbaren fänden als Ausdruck des Frivolen in der Urlaubswelt ihr gesellschaftlich legitimiertes Ventil. Die "Zwanglosigkeit" der sozialen Beziehungen, das physische und geistige Erleben von Entgrenzung, die gefühlsmäßige Nähe zum "Archaischen" ersetzten das verlorengegangene Ritual, frei vom alltäglichen Identitätsdruck und doch erleichtert durch die wirtschaftliche und technische Entwicklung. Selbstbezogen werden "mythische Räume belebt" und die Eroberung der "Wahrheit der kollektiven Fantasien" beschrieben. Doch eine Theorie über das Reisen muß scheitern, wenn die Frage nach "Gegenerfahrungen zur postmodernen Welt" und andere "Flucht- oder Ritualtheorien" ohne den Blick auf historische, gesellschaftliche und ökonomische Verhältnisse unvollständig bleiben. Wenn sich der soziologische Erkenntnisgewinn angesichts der Suche nach branchentauglichen "Interpretationen für tourisitische Verhaltensmuster" - das "Investitionsverhalten der Touristiker" eingeschlossen - nicht selbst hinterfragt, dann können Autoren wie Hennig trotz aufschlußreicher Beobachtungen zu Recht als Vordenker der Marketingstrategen bezeichnet werden. Martina Backes |
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