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Literatur

Sustainability in Mountain Tourism - Perspectives for the Himalayan Countries.

Von Patricia East, Kurt Luger, Karin Inmann (Hrsg.). Studien Verlag Innsbruck-Wien 1998.


"Ecotourism - alter Wein in neuen Schläuchen?", fragt Zac Goldschmidt, einer von 24 Autoren des Buches Sustainability in Mountain Tourism - Perspectives for the Himalayan Countries. Sein Beitrag trifft sehr genau die prekärsten Irrtümer der Konzepte zur Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in Nepal, Indien, Buthan und Pakistan. Mit der Forderung nach Partizipation, so Goldschmidt, darf nicht gemeint sein, die Menschen mit der Entscheidung über den Tourismus alleine zu lassen, während ihnen aufgrund einseitiger Informationen und extern verursachter wirtschaftlicher und sozialer Zwänge nur diese eine Option zur Auswahl bleibt.

Ansonsten bewegt sich das Buch mit seinen Beiträgen weitgehend im Rahmen der Logik der UN-Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel der erfolgreichen Integration des Himalaya-Tourismus in den globalen Tourismusmarkt. Auf der Seite der bereisten Regionen wird der "ökologisch tragfähige" Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Möglichkeit der Armutsbekämpfung betont. In drei Kapiteln über die theoretischen Grundlagen eines "nachhaltigen" Bergtourismus, über Stolpersteine und politische Rahmenbedingungen sowie über konkrete Schritte hin zu ihrer Verwirklichung erfährt der Leser eine Fülle interessanter Details zu den verschiedenen Problemlagen in der Region. Auch die zentrale Frage nach der Integration des Tourismus in die bestehende Landnutzung wird verschiedentlich angesprochen. Doch gehen die Ansätze kaum über die üblichen Strategien eines partizipativ abgesegneten Managementansatzes und den Glauben an Tragfähigkeitsmodelle innerhalb unschädlicher ökologischer und sozialer Grenzen hinaus.

Der entscheidende Schritt einer Verknüpfung von Selbstbestimmung, Partizipation und Festlegung von Kriterien für Tragfähigkeitskonzepte wird leider nicht gemacht. Die Frage, ob neue Konzepte des Ökotourismus lediglich eine zusätzliche Seite im Katalog darstellten, oder ob mit ihrer Hilfe die Wachstumslogik des Tourismussektors durchbrochen werden kann, bleibt weitgehend ausgeklammert. Vielmehr gibt das Buch einen Überblick über die derzeit diskutierten pragmatischen Ansätze der Tourismusentwicklung im Himalaya.

Martina Backes

 

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