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Rethinking Tourism and Ecotravel.

Von Deborah McLaren: Kumarian Press, West Hartford, Connecticut, USA, 1998. Zu bestellen bei: Kumarian Press, 1294 Blue Hills Avenue, Bloomfield, CT 06002 - 1302 Te.: 1-860 - 2432098 E-mail: kpbooks@aol.com


Die erfahrene Tourismuskritikerin Deborah McLaren bewertet die Entwicklungen im Ökotourismus. Ihr Ziel ist es, die Industrie aus einem zu stärkenden lokalen Planungsprozess gänzlich herauszuhalten. Nur so könnte Entwicklung von Selbstbestimmung geleitet werden. In ihrem Buch "Rethinking Tourism and Ecotravel" setzt sie auf die individuelle Verantwortlichkeit im Tourismus. Nicht im Sinne einer Verzichtsethik, und nur sekundär mit Blick auf den individuellen Konsum von Natur und Kulturgütern. Primär geht es der Autorin um ein emanzipiertes Denken und Handeln, das sich bewußt gegen die Falschinformationen und Mythen der globalisierten Tourismusindustrie verwehrt.

Dabei benennt die Autorin widersprüchliche Folgen des Tourismus: Reisen sei Grundlage für ein wachsendes Bewußtsein für die internationalen Probleme und zugleich Basis für gemeinsame politische Aktionen gegen die globalisierte Tourismusindustrie. Dabei spielten sich alle Reisen innerhalb der sozio- ökonomischen Rahmenbedingungen und ihrer Herrschaftsstrukturen ab und unterstützten damit auch ihre zerstörerischen Potentiale. Reisen fördere den gegenseitigen Respekt für Kultur und Natur, der abhängig sei vom individuellem Erleben. Gleichzeitig droht durch die Informationsflut Betäubung. Die Autorin fordert wissenschaftliche Analysen über die strukturellen Rahmenbedingungen des Tourismus, warnt aber zugleich vor den Unzulänglichkeiten des westlich-wissenschaftlichen Verständnisses, das die heutigen Formen des Reisens samt aller Rahmenbedingungen erst geschaffen hat. So will Deborah McLaren die Sichtweisen der lokalen Bevölkerung aus den bereisten Regionen, ihre Beurteilung von sozialen Verhältnissen und ökologischen Parametern, in die Analysen einbezogen wissen.

Manche Nachhaltigkeitspostulate werden durch gut recherchierte Hintergrundanalysen als Fiktionen enthüllt. Immer in der Hoffnung, über persönliches Engagement und Kontakte (people-to-people) und durch öffentlichen Druck die greenwash Konzepte disqualifizieren zu können, zeigt das Buch Handlungsoptionen auf, ohne in die Sackgasse des Pragmatismus abzugleiten: "The Paving of Paradise and What You Can Do to Stop It".

Martina Backes

 

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