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PublikationenLiteraturWa(h)re Wildnis. Politische Ökologie, Reise Special 99München, April 99, 17. Jahrg. DM 19,80.Der Mut zur Wildnis und der Versuch einer kulturellen Erhaltung von Exotik gewinnt anbetracht des fortschreitenden Modernisierungsprozesses des Alltags an Bedeutung. Um diese zentrale Aussage kreisen eine Reihe von Beiträgen des Reise Special 99 der Zeitschrift Politische Ökologie. Die Nachfrage nach Wildnis und Naturabenteuer scheint in dem Maße gesichert, wie die Technisierung den Arbeitsalltag der Touristen prägt. Denn, statt Machbarkeit und Kommerzialisierung verkörpere die intakte Natur die Grenze der Verfügbarkeit. Gleichzeitig scheint die Wildnis nur noch mittels hoch spezialisierter und wissensintensiver Technologien erhalten oder wiederhergestellt, geschützt und bewahrt weden zu können. Dabei ist mit Wildnis nicht nur die Natur gemeint. Die Fremdheit und das "authentisch Archaische" sogenannter indigener Kulturen werden hier ebenfalls beleuchtet. Ein Dialog mit der TUI enthüllt dem skeptischen Leser, daß nicht "wahre Wildnis" sondern die "Ware Wildnis" hinter den als nachhaltig bezeichneten Konzepten der Umgestaltung touristischer Fehlentwicklung in sogenannte sozial gerechte und umweltverträgliche Formen steht. Die "Innovationspotentiale der Tourismuswirtschaft" auf "3S" gebracht (Sicherheit, Sauberkeit und Satisfaction statt Sonne Sand und See), verrät die TUI ihre Strategie: "Let´s be rich first and clean up later!" Doch bitte erst Qualität für die Touristen, bevor die Fortschreibung der 3S mit sustainability, solar energy und und solidarity an die Menschen in den Zielländern denkt. Geschmiedet aus einer Mischung humanitärer Gutwilligkeit, naturschützerischem Engagement und ökonomischem Kalkül tragen gerade auch die alternativen Angebote zum Anstieg der Auslandsreisen bei. Die TUI erläutert die Notwendigkeit von "sauberer Technologie" und einer "intakten Umwelt" für einen "zufriedenen Kunden" - kurz: ein Öko- und Sozialmanagement zur Schadensregulierung, zur Zufriedenstellung der Aktionäre und Beruhigung des ökologischen Gewissen aller Beteiligten. Martina Backes |
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