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PublikationenLiteraturUmweltschutz und Tourismus. Deutsche Tourismusaußenpolitik zwischen GATS und CBD.Von Walter Kahlenborn, Kerstin Imbusch und Anna Trumann. Beiträge zur internationalen und Europäischen Umweltpolitik. Ecologic, Berlin 2000, ISBN 3-89811-695-6.Wie gestaltet, steuert oder begegnet die Politik der Globalisierung des Reisens? Das von der Gesellschaft für Internationale und Europäische Umweltforschung (Ecologic) herausgegebene Buch über "deutsche Tourismusaußenpolitik zwischen GATS und CBD" dröselt die sehr verflochtene Institutionalisierung des Tourismus auf und macht die verschiedenen tourismuspolitischen Akteure greifbar: private, öffentliche und gemeinnützige Interessenvertretungen auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene. Zugleich konzentriert sich das Buch mit der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) und dem Allgemeinen Abkommen zur Liberalisierung des Dienstleistungssektors (GATS) auf die wichtigsten und zudem weithin unvereinbaren internationalen Abkommen, die den Tourismus explizit behandeln. Die AutorInnen beschreiben auf ihrer Suche nach möglichen Verhandlungsspielräumen für den Umweltschutz detailliert die Prozesse der Globalisierung innerhalb des Tourismussektors, ohne dabei auszuschweifen. Die zunehmende Machtkonzentration im privaten Sektor bedingt den (selbstverschuldeten) Einflussverlust der Politik. Gesetzt wird auf eine sicher zweifelhafte, steuernd wirkende internationale Strukturpolitik, für die potentielle Einflusssphären detailliert aufgezeigt werden. Dabei versäumt Ecologic allerdings, die derzeit kaum am politischen Aushandlungsprozess beteiligten Interessengruppen – insbesondere die lokal vom Tourismus Betroffenen in den Zielländern - zu benennen. Da "ökologische Nachhaltigkeit" auch im Tourismus keine feste Rechengröße ist, sondern sich ebenfalls in der gesellschaftlichen Debatte konstituiert, ist eine Analyse der schwachen Position des Südens, der Gewerkschaften und der Indigenen Völker unverzichtbar. Zutreffend hingegen wird die Tatenlosigkeit der deutschen wie der europäischen Entwicklungspolitik, welche die "touristische Eroberung" nicht als Problemfeld formuliert, angegriffen. Die nüchterne Darlegung ist verständlich für alle, die das politische Parkett nicht en détail kennen und aufschlussreich für viele, die im politischen Alltagsgeschäft gefangen sind. Das Buch, das eine Auswahl an Ergebnissen eines umfangreichen, vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung (TAB) in Auftrag gegebenen Gutachtens zusammenstellt, lädt geradewegs dazu ein, eine aktive Einmischung von den verantwortlichen politischen Akteuren einzufordern. /Martina Backes |
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