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Tourismus und Menschenrechte

Ferienglück aus Kinderhänden?

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Eine Ausstellung über Kinderarbeit im Tourismus des Arbeitskreises Tourismus & Entwicklung Basel (akte)

in Zusammenarbeit mit: terre des hommes-schweiz, Stiftung STEP, ECPAT-Deutschland

Wer kennt sie nicht, die kleinen Souvenirverkäuferinnen, Kofferträger und "Tourist Guides", die den fremden Reisenden unterwegs ihre Dienste anbieten? Sind es nun gewiefte Geschäftsleute, witzige Kulturvermittler oder einfach lästige Weggesellen? Soll man sich auf den Handel mit ihnen einlassen oder sie abwimmeln? Und mit schlechtem Gewissen weiterziehen?

Das Dilemma ist den meisten Reisenden bekannt. Aufgegriffen und in der breiten Öffentlichkeit thematisiert wurde allerdings bisher die Problematik der Kinderarbeit im Tourismus kaum. Das mag erstaunen. Denn im Tourismus, der heute als der wichtigste Arbeitgeber weltweit erachtet und in vielen Ländern rund um den Globus deshalb auch aktiv gefördert wird, arbeiten mindestens dreizehn bis neunzehn Millionen Kinder und Jugendliche unter achtzehn Jahren, wie vorsichtige Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ergeben.

APPELL AN REISEVERANSTALTER

Die Ausstellung "Ferienglück aus Kinderhänden?" des Arbeitskreises Tourismus & Entwicklung (akte) zeigt anhand einprägsamer Bilder und kurzer Hintergrundinformationen, weshalb so viele Kinder im Tourismus ein Auskommen suchen und wie es dabei für sie aussieht. Sie will Verständnis für die jungen Erwerbstätigen im Tourismus wecken und Reisenden, aber auch der Tourismusindustrie Möglichkeiten aufzeigen, was sie konkret zur dazu beitragen können, dass Kinder im Tourismus nicht weiter ausgebeutet werden.

Grundlage der Ausstellung bildet die Studie über Kinderarbeit im Tourismus der Mitarbeiterin des akte, Christine Plüss, die eben unter dem Titel "Ferienglück aus Kinderhänden" beim Zürcher Rotpunktverlag erschienen ist. Realisiert wurde die Ausstellung, die erstmals auf den Ferienmessen in der Schweiz im Januar und Februar 2000 gezeigt wird, in Zusammenarbeit mit der Kinderschutzorganisation terre des hommes-schweiz sowie der Schweizer Stiftung STEP für gerechte Bedingungen in Teppichherstellung und -handel. Speziell für die ITB wurde die Kooperation mit den vergleichbaren Organisationen terre des hommes-Deutschland und Rugmark/Transfair gesucht, sowie zusätzlich mit ECPAT-Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern. Ergänzend zur Ausstellung will ECPAT-Deutschland auf der ITB mit einer Selbstverpflichtungsaktion unter Reisenden und Verantwortlichen aus der Reisebranche Mitstreiterinnen und Mitstreiter für den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus gewinnen.

Begleitet werden Ausstellung und Aktion von einem gemeinsamen Informationsstand der entwicklungspolitisch ausgerichteten Organisationen akte (Basel/Schweiz), ECPAT-Deutschland, Tourism Watch (Stuttgart), FernWeh (Freiburg i. Br.) sowie respect (Wien / Österreich). So erhalten die Messebesucherinnen und -besucher kompetent Auskunft auf ihre Fragen und weiterführende Materialien über verantwortliches Reisen und Projekte im Bereich der Kinderarbeit.

FernWeh
11/2/2000

 
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