»Opfer ihrer Erregungen« | Die deutsche Ethnologie und der Kolonialismus
Von heutigen Fachvertretern
wird der Zusammenhang zwischen der deutschen
Ethnologie und dem Deutschen Kolonialismus
gern als marginal angesehen. In der Tat
erhielt das Fach seinen ersten Lehrstuhl
erst nach dem Verlust der deutschen Kolonien
1920 in Leipzig. Doch viele deutsche Völkerkundler
entwickelten eine erstaunliche kolonialpolitische
Energie bis in die 1940er Jahre hinein.
von Christoph Seidler
Zur Zeit des real existierenden Deutschen
Kolonialismus zwischen 1874 und 1919 haben
sich nur wenige deutsche Ethnologen mit
Äußerungen über kolonialpolitische
Themen hervorgetan. Die meisten Vertreter
des Faches sahen sich in der Tradition der
»Ethnographie« der Beschreibung
von »Naturvölkern«, deren
kulturelle Tradition man durch das Vordringen
der Europäer bedroht sah. In den Museen
sammelte und katalogisierte man die meist
aus den deutschen »Schutzgebieten«
von Händlern, Missionaren, Forschern
und Kolonialbeamten eifrig erworbenen oder
gestohlenen Kulturgüter. Dabei waren
auch die »Eingeborenen« Objekte
der Forschung. Sie wurden beschrieben und
vermessen oder nach Deutschland verbracht,
um in so genannten »Völkerschauen«
ausgestellt zu werden. Der Hamburger Museumsdirektor
und spätere Ethnologieprofessor Georg
Thilenius verlegte seine Vorlesungen zwecks
besserer Anschauung gerne in den nahe gelegenen
Tierpark.
Da es noch keine einheitliche ethnologische
Grundausbildung gab, kamen die in Afrika
tätigen Forscher aus angrenzenden Wissenschaften.
Unter ihnen waren Sprachforscher wie der
Afrikanist und frühere Missionar Diedrich
Westermann oder Rasseforscher wie der Freiburger
Anatom und Anthropologe Eugen Fischer. Dieser
erstellte 1908 im südafrikanischen
Rehobot eine Studie über eine schwarz-weiße
Mischlingsgruppe, die traurige Berühmtheit
erlangte. Sie galt einer ganzen Generation
von »Rassekundlern« als »wissenschaftlicher«
Nachweis dafür, dass die Mendelschen
Vererbungslehren auch auf »Menschenrassen«
übertragbar seien. Für Fischer
selbst war sie ein Beweis dafür, dass
farbige Völker »kulturell, nach
geistiger Leistungsfähigkeit gegen
die reinen Weißen minderwertig«
seien. All diesen Forschern gemeinsam war
der zivilisatorische Hochmut, nach dem allein
die Europäer dazu berufen seien, den
niederstehenden »Naturvölkern«
zu einer höheren Entwicklung zu verhelfen.
Der Kolonialismus galt als »naturgegeben«
und die kolonialen Gebiete als originäres
Arbeitsfeld.
Zum Thema forschungspolitischer Debatten
wurde der Kolonialismus unter den deutschen
Ethnologen erst dann, als die deutsche Kolonialherrschaft
schon längst beendet war. Man hinkte
damit den britischen Kollegen um einiges
hinterher. Diese waren bereits um 1900 von
der britischen Kolonialverwaltung als »Regierungsethnologen«
in den Kolonien eingesetzt worden. Nachdem
die militärische Inbesitznahme und
Besiedelung der Kolonialgebiete weitgehend
abgeschlossen war, rückten politische
Stabilisierung, Verwaltung und ökonomische
Kontrolle in den Vordergrund.
Das daraus entstehende neue ethnologische
Forschungsfeld wurde zuerst von den britischen
Ethnologen Malinowski und Radcliff-Brown
besetzt. Einerseits wurde die durch den
Zusammenstoß mit den Kolonisatoren
erzwungene Veränderung der Lebensweise
der schwarzen Bevölkerung nun unter
dem verharmlosenden Begriff »Kulturwandel«
zum Forschungsobjekt. Zum anderen erforderte
das von der britischen Kolonialverwaltung
favorisierte Modell der »indirekten
Herrschaft« eine genaue Kenntnis der
Gegebenheiten in den kolonisierten Gebieten.
Diese Art wissenschaftlicher Betätigung
und Kenntniserwerbung wurde bald unter dem
Schlagwort »find the chief«
bekannt. Aus diesem Ansatz entwickelte sich
die »funktionalistische« oder
»anwendungsbezogene« Ethnologie,
die sich als die moderne Variante dieser
Wissenschaft begriff.
In Deutschland rief 1912 erstmals der spätere
Berliner Ethnologieprofessor Richard Thurnwald
dazu auf, die ethnologische Forschung für
kolonialpolitische Belange nutzbar zu machen.
Im nun entstehenden »Schulenstreit«
blieb Thurnwald mit seinen »funktionalistischen«
Ansätzen gegenüber den Vertretern
der ethnografischen Tradition der »kulturhistorischen«
Ethnologie zunächst in der Minderheit.
Deren Hauptziel bestand auch weiterhin darin,
die Geschichte der schriftlosen »Naturvölker«
zu rekonstruieren oder Antworten auf die
Frage zu finden, wie die »Anlagen
und Fähigkeiten in den Völkern
verteilt« seien (so der Ethnologe
Friedrich Ratzel 1900).
Ein zeitloses Apartheidsprojekt
Nach 1919 machten sich viele Ethnologen
für eine Rückgabe der deutschen
Kolonien an Deutschland stark. Thurnwald
war der profilierteste Vertreter dieser
Gruppe. Die europäischen Einflüsse
auf die kolonisierten Völker bezeichnete
er als »gegebene und unabänderliche
Menschheitsvorgänge«. Koloniale
Ausdehnung war für ihn »aus biologischen
Gesichtspunkten« heraus verständlich,
da sie »tief in den Lebensvorgängen
der Stämme, Völker und Staaten
begründet« sei. Das Schicksal
der »negriden Völker« leitete
Thurnwald aus ihrem »sanguinischen
Temperament« ab, das sie zum »Opfer
ihrer Erregungen« macht und
zum »Ausbeutungsobjekt anderer Völker«.
Für die Ethnologie sah er die Aufgabe
vor, die »Wandlung des Lebens so wenig
erschütternd wie möglich zu gestalten«
sowie die dem Europäer obliegende gesellschaftliche
»Neuformung dem Wesen und der Art
der afrikanischen Stämme anzupassen«.
Dieses Forschungsinteresse teilte der international
hoch geachtete Thurnwald mit seinen britischen
Kollegen. 1930 reiste er im Auftrag des
Londoner International Institute of African
Language and Cultures (ein von deutschen
und britischen Wissenschaftlern seit 1926
gemeinsam betriebenes koloniales Forschungsinstitut)
nach Afrika, das ihn mit der Untersuchung
des kolonialen Kulturwandels im ostafrikanischen
Tanganyka-Territorium beauftragt hatte.
Die Ergebnisse seiner »praktischen
Völkerkunde« fasste Thurnwald
1939 in seinem Werk »Koloniale Gestaltung«
zusammen. Darin entwarf er einen Organisationsvorschlag
für die koloniale Verwaltung, der einem
zeitlosen Apartheidsprojekt gleichkommt.
Die Lösung der Frage, wie sich die
»wirtschaftliche Zusammenarbeit der
Gefahr einer biologischen Vermischung entrücken«
ließe, sah Thurnwald in der Schaffung
von getrennten Räumen für die
Bevölkerung. »Schwarze«
und »weiße« Räume
sollten diese voneinander trennen, eine
Art Heiratszwang für die Bewohner der
»weißen« Räume sollte
der Gefahr der Rassenmischung vorbeugen.
Traditionelle Würdenträger und
von den Kolonisatoren ausgebildete Führungskräfte
sollten die »schwarzen« Räume
lenken zusammen mit »weißen
Betreuern, die alle Lebensbereiche der Schwarzen
überwachen müssten«. Mit
diesem Modell ging es Thurnwald der
1905 die Deutsche Gesellschaft für
Rassenhygiene mitbegründet hatte
nicht nur um die Reinhaltung der weißen
Rasse, sondern auch um die Erhaltung der
»arteigenen Eingeborenkultur«.
So sollte deren »Versinken in ein
gefährliches und hoffnungsloses Proletariertum«
verhindert werden.
Koloniale Träume im NS
Im November 1940 legten die in Göttingen
auf einer Arbeitstagung der deutschen Völkerkunde
versammelten Wissenschaftler das Ziel fest,
ihr Fach zur »Kolonialwissenschaft«
zu machen. Für den erwarteten Fall
der Rückgewinnung deutscher Kolonien
forderten sie die Einsetzung von »Regierungsethnologen«.
Bereits im Januar war in Berlin die »Auslandswissenschaftliche
Fakultät« der Universität
eröffnet worden, die als Zielsetzung
den Schlag einer »Brücke von
Forschung und Lehre zum unmittelbaren praktischen
Einsatz« formulierte. Und im Oktober
des gleichen Jahres wurde im Reichsforschungsrat
eine eigene Kolonialwissenschaftliche Abteilung
mit 27 Fachgruppen und rund 500 Wissenschaftlern
gebildet. Die bis dahin seltene »interdisziplinäre«
Zusammenarbeit führte Vertreter verschiedener
Fachgruppen wie »Koloniale Völkerkunde«,
»Koloniale Rassenkunde« oder
»Koloniale Sozialfragen« zusammen.
Gemeinsam konzentrierten sie sich auf Afrika,
denn »Afrikas Bedeutung in seiner
Eigenschaft als natürliches Vorland
und wertvollen Ergänzungsraum Europas«
sei klar erkannt. Dies stimmte mit der Politik
der NSDAP überein, die zwischen 1940
und 1942 ernsthaft die Wiederaneignung der
afrikanischen Kolonialgebiete erwog: So
war z.B. das Kolonialpolitische Amt auf
dem Sprung, zum Kolonialministerium ernannt
zu werden, hatte bereits einen perfekten
Verwaltungsapparat geschaffen und erwartete
nur noch den »Einsatzbefehl auf kolonialem
Gebiet«.
Innerhalb der deutschen Völkerkunde
waren es längst nicht mehr nur die
»Funktionalisten«, die den kolonialen
Träumen nachhingen. Ein Beispiel hierfür
ist der Kulturhistoriker und Afrika-Spezialist
Hermann Baumann. Er war Herausgeber der
ab 1940 neu erscheinenden Zeitschrift Koloniale
Völkerkunde, die sich als »repräsentatives
Organ der deutschen Kolonialwissenschaften«
sah. Gemeinsam mit Thurnwald und Westermann
besorgte er auch die Herausgabe des Standardwerkes
»Völkerkunde von Afrika
Mit besonderer Berücksichtigung der
kolonialen Aufgabe«.
Seine darin vorgenommene Klassifizierung
der »rezenten Rassen Afrikas«
besteht im wesentlichen in der Darstellung
des »Kulturgefälles« vom
hellhäutigeren Norden hin zum tiefschwarzen
Süden des Kontinents. So habe sich
die nordafrikanische Ȋthiopische
Adelsrasse« kulturgeschichtlich aus
einer Vermischung mit früheren nomadischen
Einwanderern aus nördlichen Gefilden
entwickelt. Sein Wiener Völkerkunde-Institut
bezeichnete Baumann als »Pflegestätte
kolonial-ethnologischer Forschung«.
Diese machte im afrikanischen Kontinent
ausschließlich dort »höhere«
Kultur aus, wo der »nordische Mensch«
seine Spuren hinterlassen hatte.
Zu dieser Zeit hatte die deutsche Ethnologie
bereits mit einer beginnenden internationalen
Isolierung zu kämpfen. War man zuvor
auf internationalen Kongressen gern gesehen
und bekam dort in der Regel auch den Anspruch
auf die Rückgabe der Kolonien bestätigt,
kam es 1938 auf dem »II. Internationalen
Kongreß für anthropologische
und ethnologische Wissenschaften«
in Kopenhagen zu einem ersten Dissens. Besorgt
bemerkte Thurnwald die Ignoranz der ausländischen
Wissenschaftler gegenüber den von Eugen
Fischer vertretenen Thesen Ȇber
Rasse und Vererbung geistiger Eigenschaften«.
Drang nach Osten
In Deutschland unternahm hingegen sein
Schüler Wilhelm Mühlmann ab 1936
entschlossen eine Neubestimmung der ethnologischen
Forschung. Die »Ethnografie«
von einst hatte für Mühlmann ihre
Arbeit getan »und darf abtreten«
in einer Situation, die dadurch gekennzeichnet
sei, dass die Weltgeschichte erst jetzt
beginne, da »alle Völker der
Erde miteinander in Konnex treten«.
Mühlmann sah in der Völkerkunde
»unsere europäische und deutsche
Aufgabe und Waffe«, um »uns
zwischen den anderen Völkern zurechtzufinden«.
Deutschland sah er »eingekeilt zwischen
Osten und Westen«. Er befürchtete
eine »Ausmerzung der nordischen Rasse«
und eine Verlagerung des Schwergewichts
der Menschheit von Europa nach Amerika und
Afrika, »vermehrt sich doch gegenwärtig
die nordische Rasse schwächer als alle
anderen Rassen der Erde«.
Aufgrund dieser Einschätzung ging
es Mühlmann vor allem darum, »Psyche
und Fähigkeiten der Naturvölker
kennenzulernen und richtig einzuschätzen«.
Dabei könne gerade die deutsche Völkerkunde
Großes leisten: Zum einen könne
Deutschland, dem die Siegermächte nach
dem Ersten Weltkrieg einen »kolonialen
Status aufgenötigt« und es schlimmer
»ausgebeutet haben als irgendein Kolonialland«
jetzt, nach seiner »Befreiung in den
Jahren 1933 bis 1935«, »in besonderer
Weise zu den völkischen Freiheitsbewegungen
auf der Erde Stellung nehmen«. Und
zum anderen gehe es im Unterschied zur vorangegangenen
Epoche der Entdeckungen und Ausbeutung nun
um die »Erschließung und Steigerung
des Wertgehaltes der Welt«.
Mühlmann vollzieht einen Paradigmenwechsel
innerhalb der Ethnologie, indem er nicht
mehr wie bisher nur die »schriftlosen
Völker«, sondern »alle
Völker« zum Forschungsobjekt
erklärt: »In Afrika laufen unsere
ethnologischen Interessen unseren kolonialen
Ansprüchen parallel. Das bevorzugte
Feld unserer ethnologischen Betätigung
ist Europa, vornehmlich Osteuropa, im weiteren
Sinn Eurasien.« Hier betrat die deutsche
Ethnologie Neuland. Mühlmann sah daher
in seinem Ende der 30er Jahre erarbeiteten
»Assimilations- und Umvolkungskonzepte«
eher vorsichtig »Problemansätze«
und »erste Grundlagen für die
deutsche Ostbewegung«. Im Kern ging
es aber um ähnliche Fragestellungen
wie in Bezug auf Afrika nur dass
die Trennungslinien in Osteuropa nicht so
einfach gezogen werden konnten: Kann »Assimilation«
natürlich verlaufen? Soll der Staat
gezielt eingreifen, um planmäßig
»artverwandte Elemente« zu assimilieren?
Kann so ein »Rassewandel« unterbleiben?
Eindeutig zu beantworten war das laut Mühlmann
lediglich für »Wurzellose und
Entwurzelte«, die sich ethnisch nicht
einstufen ließen und denen eine Aufnahme
in ein neues Volk verweigert werden müsse:
Mischlinge, Zigeuner, Juden... Für
Mühlmann war die Ethnologie noch nicht
in der Lage, überall die »Schlangen
von den Blindschleichen zu trennen«.
Gewisse Grundkategorien konnte er dennoch
aufstellen: Seinen Forschungen zufolge existierte
die Menschheit in unterschiedlichen »ethnischen
Reifegraden« nebeneinander her, wobei
sich lediglich Deutsche, Japaner und Italiener
einem »hochvolklichen Dasein«
annäherten. Juden hingegen waren für
ihn ein »Scheinvolk und
die Haupterscheinung des sozialen Parasitismus
auf Erden«.
Kein Ende nach 1945
Mühlmann setzte seine Forschungen
nach 1945 sprachlich bereinigt unter dem
Stichwort »Ethnogenese« fort.
Er lehrte bis 1970 an der Universität
Heidelberg. Seine Erklärung für
die deutsche Niederlage, die alle Kolonialträume
platzen ließ, lautete 1947: »Das
deutsche Volk ist kein Ostkolonialvolk mehr.
(...) Die charakterlichen Voraussetzungen
früherer Jahrhunderte bestehen nicht
mehr. (...) Wir haben keine Pioniertypen
mehr, die eine Grenze vorantreiben und ein
Neuland mit bäuerlicher Volkskraft
vollpressen können. Es fehlt uns das
bevölkerungsbiologische Reservoir für
eine koloniale Ostpolitik«. Auf dem
Ethnologenkongress 1961 verteidigte Mühlmann
den Kolonialismus gegen erstmals laut werdende
kritische Stimmen innerhalb der eigenen
Zunft als »interethnisches Kontaktverhalten«,
der »im großen und ganzen stark
humanisiert, mindestens domestiziert«
worden sei. Die »Methoden vordringender
Pioniere« seien ohnehin überall
die gleichen, ob diese nun der weißen
Rasse angehören oder nicht. Zur gleichen
Zeit hatte bereits der Vorsitzende der deutschen
Afrika-Gesellschaft, der Bundestagspräsident
Eugen Gerstenmaier, die Epoche des deutschen
Kolonialismus als eine »Epoche der
großen kolonisatorischen und das heißt
der kulturellen Leistung« gewürdigt.
Auch Hermann Baumann lehrte bis 1970 in
der Bundesrepublik. In Bezug auf das afrikanische
Kulturgefälle sprach er nun nicht mehr
von »Rasse«, sondern von »Biotypus«.
Im persönlichen Gespräch trat
er nach wie vor für deutsche Kolonien
ein. Unter den veränderten Bedingungen
des Kalten Krieges und der Dekolonisierung
hielt er es aber für einen »Segen«,
dass die »aktive koloniale Betätigung«
so frühzeitig zu Ende gegangen war
stand man nun doch augenscheinlich
besser da als die ewigen Konkurrenten England
und Frankreich.
Als Fazit lässt sich über die
deutsche Ethnologie und ihr Verhältnis
zum Deutschen Kolonialismus festhalten,
dass die meisten Ethnologen jener Zeit sich
auf das beschränkt hatten, was sie
für Grundlagenforschung hielten. Politische
Aussagen im Stile eines Thurnwald oder Mühlmann
bildeten eher die Ausnahme. Dennoch waren
diese beiden führende Vertreter des
Faches. Ihr Blick durch die koloniale Brille
auf »andere Völker« zeigt,
dass ihnen die »Anderen« immer
nur als Projektionsfläche für
die eigene deutsche (oder europäische)
Größe dienten. Es ist genau dieses
wissenschaftlich vermittelte Selbstwertgefühl,
das für die zählebige Kontinuität
der Überlegenheitsansprüche mitverantwortlich
ist.
Christoph Seidler ist Mitarbeiter
im iz3w. Der Artikel beruht in Teilen auf
seiner Magisterarbeit zum selben Thema.