283 - März 2005 - Aufbrüche | Gesellschaftskritik in arabischen Medien

"Rückständigkeit und Reformunfähigkeit" - solche Schlagworte dominieren seit längerer Zeit die Sicht des Westens auf die arabischen Länder. Doch diese Wahrnehmung verkennt die zahlreichen Intellektuellen, die sich gegenwärtig verstärkt in arabischen Medien mit innerarabischer Gesellschaftskritik zu Wort melden. Sie finden zwar noch immer (zu) wenig Gehör in der Öffentlichkeit, doch allein ihre Existenz revidiert das Vorurteil, die arabische Welt als monolithisch-erstarrtes Gefüge anzusehen. In ihrer Unterschiedlichkeit und Widersprüchlichkeit verkörpern die ausgewählten Beiträge des Dossiers die Hoffnung auf Veränderung und Emanzipation in einem Teil der Welt, der heute vor allem als Quelle von staatlicher Repression, radikalen Ideologien und Terrorismus wahrgenommen wird.

Das statt eines Themenschwerpunktes in die neue iz3w-Ausgabe eingeheftete 24-seitige Dossier ist Ergebnis einer engen Kooperation mit dem Berliner Büro des Middle East Media Research Institute (MEMRI). Durch Übersetzungen von Originalbeiträgen aus arabischen Medien versucht MEMRI einen Überblick über die in arabischen Ländern geführten Debatten zu geben.

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Inhaltsübersicht


MEMRI-Dossier in der Heftmitte:
Aus arabischen Medien | Gesellschaftkritische Stimmen im Nahen und Mittleren Osten


Editorial   S.2

"Wen von uns quält nicht der Schmerz"   S.3
Innerarabische Diskussion um gesellschaftliche Veränderungen  |   von Jochen Müller

Reformdebatte: Wenn innen nichts geht   S.7
"Operationen statt Schmerzmittel!"

Ideologie & Bildung: Revolutionen des Wissens   S.10
"Wir benötigen einen Aufstand der Aufklärung"

Religion I: Falsche Traditionen   S.14
"Wir sollten Gott aus der Politik heraushalten"

Religion II: Qaradawi gefährlicher als Bin Laden?   S.16
Islam und Islamismus in der Reformdebatte

Verschwörungstheorien:   S.18
Alles amerikanische Agenten?
"Schädliche Hinwendung zu fanatischem Misstrauen"


Nahostkonflikt: Das Leben wählen   S.21
"Israel ist unser Nachbar"


Politik und Ökonomie

Editorial   S.3

Tsunami I: "Come back to the Indian Ocean"   S.4
Wie der Tourismus zur Katastrophenhilfe stilisiert wird  |   von Martina Backes

Tsunami II: Krieg nach der Katastrophe   S.5
Ausnahmezustand in der indonesischen Provinz Aceh  |   von Rainer Werning

Naher Osten: Nach dem Mythos   S.7
In Israel und Palästina gibt es leise Hoffnung auf Frieden  |   von Stefan Vogt


Zweiter Weltkrieg: "Das war nicht unser Krieg!"   S.9
Folgen des Zweiten Weltkriegs auf den pazifischen Inseln  |   vom Rheinischen JournalistInnenbüro

Europäische Union: Zwei Herzen in der Brust   S.12
Die europäische Identität dient dem Griff zur Weltmacht  |   von Birger Siebert und Frank-Oliver Sobich

Entwicklungspolitik: Angepasst an die Strukturen   S.16
Eine vorläufige Bilanz der rot-grünen Politik (Teil II)  |   von Aram Ziai

Kongo: Rumble in the jungle   S.19
IWF & Co sollten die Warlords honorieren  |   von Kai Schmidt-Soltau


Kultur und Debatte

Kunst: Unter Vagabunden   S.20
Der belgisch-mexikanische Konzeptkünstler Francis Alÿs  |   von Jens Kastner

Musik: Die Mission der Stilantropen   S.22
HIV-Aufklärung im Spagat zwischen sozialem Anspruch und Unterhaltung  |   von Tobias Müller

Videokunst: Zeitzonen   S.24
Wie tagtägliche Migration einen Grenzraum verändert  |   von Ursula Biemann