286 - Juli/August 2005 - Im Schatten der Aufklärung | Kriminalliteratur aus dem Süden
|
Derzeit scheint der Krimi von China bis Angola und von Brasilien bis Algerien einen Boom zu erleben. Fast überall werden Krimis verfasst, auch wenn die Buchmärkte in vielen Ländern häufig sehr klein sind. Und auch der hiesige Markt scheint die "Dritte Welt" entdeckt zu haben, wählen doch immer mehr westliche AutorInnen Länder des Südens als Schauplatz ihrer Kriminalgeschichten.
Warum aber die "Dritte Welt"? Helfen die exotischen Schauplätze, eine sich einschleichende Ermüdung am Genre Krimi zu vertreiben? Wirken die Geschichten im spannenden Süden authentischer als im "satten" Norden? Es stellen sich noch eine ganze Reihe mehr Fragen. In einem sind sich die AutorInnen unseres Schwerpunktes jedenfalls einig: Der Süd-Krimi hat ein besonderes (gesellschafts-)kritisches Potential. |
Inhaltsübersicht
Schwerpunkt
Editorial S.16
Im Zeichen der Aufklärung S.17
Kriminalliteratur aus der "Dritten Welt" ist häufig Gesellschaftsanalyse
|
von Thomas Wörtche
Verhexte Aufklärung S.21
Polizeiwillkür und Menschenhandel bieten viel Stoff für afrikanische Krimis
|
von Manfred Loimeier
"Ich spiele gern mit dem Leser" S.24
Interview mit dem angolanischen Krimi-Autor Pepetela
Harter Kern, reines Herz S.25
Der algerische Kriminalroman vom Propagandainstrument zur kritischen Instanz
|
von Beate Burtscher-Bechter
"Der Kommissar wurde mein Kampfgefährte" S.27
Interview mit dem algerischen Autor Yasmina Khadra
Vier Hände, zwei Dschungel und ein Krimi S.28
Interview mit Paco I.Taibo II über "Unbequeme Tote"
Unbequeme Tote S.29
Vorabdruck zweier Kapitel aus dem Roman von Paco Ignacio Taibo II und Subcomandante Marcos
Die literarische Kraft der Depression S.32
Der kubanische Kriminalroman vom revolutionären Erziehungsbuch zur kritischen Gesellschaftsanalyse
|
von Ute Evers
Krimi-Rezensionen S.35
Politik und Ökonomie
Editorial S.3
Ekuador: Eine weitere orangene Revolution? S.4
Eine breite Bürgerbewegung erzwang die Absetzung des Präsidenten
|
von Maria del Mar Landette
Togo: Papa und seine Freunde S.5
Mit den antideutschen Protesten wendet sich das Regime gegen einstige Förderer
|
von Ruben Eberlein
Somalia: Eine riesige Aufgabe S.6
Die neue Exilregierung sucht nach dem Frieden
|
von Jérôme Cholet
Zentralafrika: S.8
"Externe Interessen sind das größte Problem"
|
Interview mit Jacques Ingabire über die Beteiligung Ruandas am Coltanhandel
Verschlungene Wege beim Handel mit Coltan
|
von Peter Leidenmühler
Algerien: Autoritär liberal S.10
Nach dem Niedergang des Islamismus ist eine neue Ära angebrochen
|
von Bernhard Schmid
Russland: Unter dem Deckmantel der Avantgarde S.14
Die Nationalbolschewistische Partei auf dem Weg zur Macht
|
von Ute Weinmann
Kultur und Debatte
Film I: Das Geschäft mit dem Paradies S.36
Das freiburger film forum zwischen Projektion und Repräsentation
|
von Ulrike Mattern
Film II: "Es ist ein harter Kampf" S.36
Interview mit dem polynesischen Filmemacher Vilsoni Hereniko über indigenes Kino
Film und Literatur: Dornenbusch und Tannenbaum S.38
Lebenswege zwischen Namibia und Deutschland
|
von Heiko Wegmann
Deutscher Kolonialismus: Die Macht des Bildes S.40
Ein Foto zwischen Herrschaftpose und antikolonialer Anklage
|
von Stefanie Michels
Dokumentation: "In trauter Einheit mit der Tierwelt" S.44
Ein "afrikanisches Dorf" im Augsburger Zoo