Editorial | iz3w in Not - nehmen Sie das Heft in die Hand!
Bereits in der letzten Ausgabe haben wir an dieser Stelle einen Einblick in
unsere finanzielle Situation gegeben. Und nicht Ideenmangel oder Kreativitätsflauten,
sondern die schiere Not zwingt uns dazu, dieses Thema noch einmal zu vertiefen.
Dass wir trotz unserer äußerst schwierigen Lage weitermachen wollen,
ist für uns überhaupt keine Frage. Fraglich ist angesichts unserer
aktuellen Haushaltslage allerdings das Wie. Anders als Stadt, Land oder Bund
können wir keine Gewerbe- oder Vermögenssteuern erhöhen und haben
auch nichts zu privatisieren. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns
den Gesetzen des Marktes zu unterwerfen: Kosten sparen und trotzdem mehr verkaufen.
Obwohl wir bereits in diesem Jahr zu schmerzhaften Sparmaßnahmen gezwungen
waren, sehen wir einem existenzbedrohenden Defizit von rund 35.000 Euro entgegen.
Wie schon in diesem Jahr werden wir auch 2007 massiv Stellen abbauen und Stunden
bei den verbliebenen Hauptamtlichen kürzen müssen. Bislang war es
möglich, diese Kürzungen durch ein stark erhöhtes unbezahltes
Engagement zu verkraften, wenn auch mehr schlecht als recht. Das gilt zum Beispiel
für das öffentliche Archiv des iz3w, das in früheren Zeiten hauptamtlich
betreut werden konnte und für das es mittlerweile überhaupt keine
bezahlten Stunden mehr gibt. Der mit großem Aufwand verbundene Fortbestand
unseres Archivs ist allein durch Christian Neven-du Monts Einsatz gewährleistet.
Dafür ein herzliches Dankeschön!
Ähnlich ist die Situation bei FernWeh - Forum Tourismus & Kritik im
iz3w. Durch die jüngst erfolgte Ablehnung unseres Folgeantrags bei der
EU ist dieses Projekt künftig ganz auf ehrenamtliches Engagement angewiesen.
So bleibt uns nach sieben fruchtbaren Jahren nur ein sehr herzliches und zugleich
schmerzliches Dankeschön an die MitarbeiterInnen von FernWeh, insbesondere
an Martina Backes, Steffen Schülein, Manuel Geller und Thomas Cernay.
Die notwendigen Kürzungen können zukünftig nicht mehr allein
durch zusätzliche Arbeitsbelastung und unbezahlte Arbeit aufgefangen werden.
Daher wird die iz3w zum 1.1.2007 und bis auf weiteres nur noch sechs mal im
Jahr erscheinen können. Bei zwar stabilen, aber stagnierenden Abozahlen
und kaum noch vorhandenen öffentlichen Zuschüssen müssen wir
sowohl wegen der finanziellen als auch wegen der personellen Kapazitäten
die Erscheinungsweise reduzieren. Im Augenblick ist diese Reduzierung für
uns die einzige Möglichkeit, die Qualität der iz3w in Zukunft gewährleisten
zu können. Dafür geben wir Ihnen, liebe LeserInnen, das Versprechen,
dass es bei uns auch weiterhin keinen PR-Journalismus geben wird, sondern wie
gewohnt kritische Analysen und Berichte zwischen Nord und Süd. Außerdem
möchten wir diese Reduzierung, soweit irgend möglich, durch zusätzliche
Dossiers im Heft oder durch einen erhöhten Umfang ausgleichen.
Doch um unserer Misere ein Ende zu bereiten, ist es mit Sparen alleine nicht
getan, wir brauchen auch höhere Einnahmen! Deshalb möchten und müssen
wir an dieser Stelle noch einmal an Sie appellieren, liebe LeserInnen, liebe
FreundInnen und FörderInnen der iz3w: Unterstützen sie unsere 1+1
Kampagne (siehe Seite 5). Will heißen: Wenn jede Leserin und jeder Leser
eine neue Abonnentin oder einen neuen Abonnenten wirbt, dann können wir
unsere Arbeit fortsetzen. Damit haben Sie - im wahrsten Sinne des Wortes - das
Heft in der Hand. Abonnieren, verschenken oder bewerben Sie die iz3w! Wenn Sie
oder Ihre FreundInnen je ein iz3w-Abo gehabt haben wollen, dann ist jetzt der
richtige Zeitpunkt gekommen.
Wir wollen nicht vor Kürzungszwängen und Sparmaßnahmen klein
beigeben. Wir wollen die iz3w als lebendiges Projekt und als kritische Zeitschrift
weiterführen! Wir brauchen Ihre Unterstützung!
das iz3w-team