SAGA | Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen
Das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) hat sich
vor ca. 12 Jahren aus verschiedenen regionalen Flüchtlingsgruppen gegründet.
Seit diesem Zeitpunkt arbeitet das antirassistische Bündnis gegen die immer
wieder drohenden Abschiebungen von Flüchtlingen. So wurden Anlaufstellen
für Flüchtlinge eingerichtet, die drei mal wöchentlich für
Flüchtlinge erreichbar sind. Ein Aufkleber in verschiedenen Sprachen informiert
MigrantInnen und Flüchtlinge über eine Notrufnummer, an die sie sich
Tag und Nacht wenden können (Tel. 0761-24633). In der bisherigen Arbeit
wurde immer wieder das Asylverfahren thematisiert und in einer ausführlichen
Broschüre u.a. mit Protokollen von Anhörungen dokumentiert ("Asyl
- verfahren...". Verschiedene Kriminalisierungsversuche gegen Mitarbeitende
wegen "Beratungstätigkeiten" konnte erfolgreich begegnet werden (gem. einem
Gesetz von 1935 wird der Rechtsberatungsmissbrauch bestraft).
Jedoch nicht nur die Unterstützung in Asylverfahren und damit gegen Abschiebungen,
sondern auch der Widerstand gegen das von der (Ba-Wü)Landesregierung etablierte
Lagersystem wird geführt. Bereits 1992 hat SAGA mit Gruppen aus Tübingen,
Stuttgart und Karlsruhe eine größere Demonstration gegen die damalige
Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge (ZAST) in Karlsruhe organisiert.
In Karlsruhe wurde im wesentlichen ein neuer Lagertyp entwickelt, so wie er
heute (noch) in der Wiesentalstrasse in Freiburg zu finden ist (Abriegelung
nach aussen, Kontrolle nach innen). In Kehl wurde in einer zweijährigen
Kampagne erreicht, dass eines der grössten und menschenunwürdigsten
Lager im Regierungsbezirk Freiburg geschlossen wurde. 1992, zur Eröffnung
der Bundesamts(BA)-Aussenstelle, gab es in Freiburg grössere Aktionen (Besetzung)
gegen das Lager in der Wiesentalstrasse (Bezirksstelle); eine Dokumentation
zu Lagern erschien 1994. Aufenthaltsstatus und das schlechte Leben im aufgezwungenen
Substandard wurde in zahlreichen Veranstaltungen in Freiburg, Offenburg, Schramberg
usw. diskutiert. Die Bezirksstelle Asyl in Freiburg wird im Sommer 2002 geschlossen,
die Asylverfahren werden dann von der BA-Aussenstelle in Karlsruhe weitergeführt.
Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen der deutschen Asylpolitik im sozialen,
wirtschaftlichen und kulturellen Bereich beschrieb das Südbadische Aktionsbündnis
auch bei der UNO in Genf. Zweimal konnte SAGA einen ausführlichen Parallelbericht
zum offiziellen Staatenbericht der BRD eingeben, mit dem Ergebnis, dass das
UN-Komitee die BRD-Politik aufforderte die Flüchtlingspolitik zu ändern.
Mit anderen Gruppen zusammen wurde eine Aufklärungskampagne zum Thema Abschiebehaft
durchgeführt. In einer größeren Postkartenkampagne gegen das
Abschiebegefängnis Mannheim, beteiligten sich für die Freilassung
eines afrikanischen Flüchtlings zahlreiche Menschen.
Neben Aktivitäten gegen das Asylbewerberleistungsgesetz, für die Rechte
von minderjährigen Flüchtlingen, gegen die Residenzpflicht für
das uneingeschränkte Recht auf Bewegungsfreiheit baute SAGA ein Informationsnetz
auf, das in ca. 80 Gemeinden in Südbaden reicht. Über dieses Netz
wurde zum Beispiel der Kunstwettbewerb und -ausstellung gegen die sogen. Residenzpflicht,
die in der Stadtbibliothek Freiburg stattfand organisiert. Eine Landkreis-Grenzaktion
zwischen Freiburg, Emmendingen, Vörstetten mit anschliessenden Fest wurde
durchgeführt.
Mittlerweile bestehen breite Kontakte in die Schweiz und nach Frankreich (Alsace),
so dass es auch möglich war, eine größere Grenzaktion (Dreiländer-
Demonstration) am 15. Juni 2002 mit ca. 2.000 Menschen durchführen. SAGA
zeigt Solidarität mit Papierlosen, unterstützt das Projekt "Rasthaus"
sowie Aktion Zuflucht, diskutiert auf den wöchentlichen Treffen aktuelle
Fragen.
Termine Beratungszeit:
- jeden Freitag ab 17.00 Uhr: Freiburg - in der Kronenstr. 16 (Hinterhaus)
Tel. 0761 - 74003 (Freitags ab 17.00 Uhr), Fax 0761- 709866, Not-Ruf 0761- 24633
- jeden Mittwoch von 16.00 bis 18.00 in der Adlerstr. 12
Tel. 0761-2088408
e-mail: Bewegungsfreiheit@gmx.de
Spenden:
Konto-Nr.: 361526
W. Rosa
Volksbank Waldkirch
BLZ 680 924 00
zum Weiterlesen empfohlen:
Flüchtlingsarbeit und Antirassismus im Dreyeckland - Projekt Transit, 1996
Asyl - verfahren...- "Ihre angeblichen Probleme interessieren mich nicht mehr"
- Anhörungsverfahren vor dem Bundesamt in Freiburg, Jan. 2000 Gegenbericht
der SAGA vor dem UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle
Rechte - UNOSOC - unter:
www.unchr.ch/tbs/doc.nsf
Diverse Beiträge in verschiedenen Zeitschriften (wie off limits, Hamburg;
Niedersächsische Flüchtlingsrat, Hildesheim; kein mensch ist illegal,
etc.) unter www.linksrhein.de
finden sich etliche Presse-artikel, auch zu Freiburg und Saga.