südnordfunk #149: Für gesellschaftlichen Frieden
Friedensbildung in Kambodscha | Proteste in Indien | Spacial Justice
Wann: Dienstag 6. Oktober 16 Uhr & Freitag 9. Oktober 11 Uhr
Wo: On Air 102,3 MHz | Livestream rdl.de
Ganze Sendung ab dem 7.10. hier nachhören
Die Beiträge unserer Magazinsendung blicken auf Gesellschaften im Wandel: In Indien macht eine ungewöhnliche Jugendbewegung mit Kakerlaken-Masken gegen den enormen Druck im Bildungssystem mobil. Was bedeutet Frieden für sie? Und in Kambodscha geht es um die schwierige Erinnerungsarbeit nach der Herrschaft der Roten Khmer – und darum, wie eine junge Generation mit der Vergangenheit umgeht. Das Konzept von Spatial Justice steht im Zentrum der Kämpfe um Land in Chile und Südafrika – räumliche Gerechtigkeit hat eine gewichtige Rolle für den sozialen Frieden.
»Die Kultur des Schweigens schränkt uns sehr ein«
Friedensarbeit gegen das Vergessen der Genozid-Verbrechen der Roten Khmer
Vor 20 Jahren nahm das Rote Khmer Tribunal seine Arbeit auf. 2025 war ein wichtiges Gedenkjahr in Kambodscha. Die drei zentralen Erinnerungsorte an den Genozid der Roten Khmer wurden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen: Tuol Sleng S-21, Choeung Ek und das ehemalige M-13-Gefängnis. Orte, an denen die Verbrechen eines der weltweit umfassendsten Genozide verübt wurden. Wichtiger noch ist die konkrete Friedensarbeit vor allem auch mit jungen Menschen, die bis heute vor der Frage stehen: Wie kann man vergeben, ohne zu vergessen? Von Jules Duffner und Johanna Bächle
»Primär kämpfen wir in unserem Aktivismus gegen strukturelle und politische Gewalt«
Cockroach-Proteste: Was verstehen Studierende in Delhi unter Friedensarbeit?
Frieden – was bedeutet das eigentlich? Ist Frieden nur die Abwesenheit von Gewalt, oder gehört dazu auch gesellschaftliche Veränderung? In Delhi setzen sich Studierende gegen Diskriminierung, Korruption und politische Gewalt ein. Mit den Cockroach Protesten wird die Frage von Gewalt und Gewaltlosigkeit für einen gesellschaftlichen Frieden neu gestellt. Ronja Mann und Lotte Leibner haben Studierende gefragt: Was bedeutet Frieden für sie – und wie kann Friedensaktivismus aussehen?
»Solange wir die ‚Erbsünde‘ der Landverteilung nicht korrigieren, wird es niemals Frieden geben«
Spatial Justice: In Chile und Südafrika spielen Landkonflikte eine gewichtige Rolle für den sozialen Frieden
Wem Grund und Boden gehören, das prägen in Südafrika und in Chile bis heute koloniale Enteignungen und gewaltsame Vertreibungen. Weil Südafrika sich um Landreformen bemüht, planen die USA Sanktionen. Südafrikanischen Staatsbürger*innen, die das Gesetz zur Landreform verabschiedet haben – oder umsetzen – sollen Visa entzogen werden. Pretoria bezahle den Preis dafür, auf den Protest der USA nicht einzulenken, schrieb US-Botschafter Bozell in der Zeitung Daily Maverick. Daraufhin bestellte Südafrikas Außenministerium den Botschafter ein.
Finja Naundorf, Nele Spürkmann und Raphael Fröhlich schauten nach Chile und Südafrika und stellten die Frage: Welche Folgen hat es für die Menschen vor Ort, wenn historisch Privilegierte noch immer geraubtes Land besitzen? Und was ist Spatial Justice?
Die Sendung ab Mittwoch zum Nachhören beim südnordfunk.
Stay tuned!