südnordfunk #134 | Vergessene Stimmen aus Sudan | Land­konflikte in Uganda

südnordfunk #134 im Juli

Wann: Dienstag, 1. Juli 16 Uhr | Wiederholung: Freitag, 4. Juli 11 Uhr

Wo: On Air 102,3 MHz | Livestream rdl.de


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Landkonflikte nehmen weltweit zu, sie haben sehr unterschiedliche Ursachen.

Im Sudan herrscht Krieg, rund 13 Millionen Menschen wurden in den letzten zwei Jahren vertrieben oder sind auf der Flucht – und es stellt sich die große Frage, auf welchem Land die Geflüchteten und Vertriebenen sich niederlassen können – ob vorübergehend oder dauerhaft – und wie hier die dringend nötige humanitäre Hilfe geleistet werden kann. Die Zivilgesellschaft wird oft gehört. Der Film »Forgotten Voices« gibt den Betroffenen eine Stimme.

Uganda ist ein Hotspot von Landnahmen, weil hier stark investiert wird, in die Exportlandwirtschaft zum Beispiel. Oft sind juristisch ausgetragene Landkonflikte das Ergebnis von Vertreibungen der Bevölkerung. Sie hat das Pech, dass ihr Land immer wieder mal an andere, oft ausländische Unternehmen vergeben wurde, die viel Geld investiert und von der ugandischen Regierung Konzessionen erhalten haben.

Außerdem:

Interview mit dem Buchautor Fabian Georgi über den dystopischen Festungskapitalismus der EU und seinen Zorn angesichts der moralischen Kälte, mit der die Europäische Union ihre Migrations­kontrollen an Diktatoren und Milizen delegiert.

 

Auf der Straße während der Proteste in Kahrtum - eine Frau schlägt die Trommel
Auf der Straße während der Proteste in Kahrtum | Filmstill aus »Forgotten Voices«

Die Magazinbeiträge

 

Entwicklung oder Enteignung?

Lokale Perspektive auf zwei Fälle deutscher Firmen, die in Uganda in die Export­wirtschaft investiert haben

Land is not for sale – das Land steht nicht zum Verkauf – so sagte einmal der ugandische Präsident Museveni anlässlich einer Fabrikeröffnung. Und doch ist Uganda aktuell einer der weltweiten Hotspots von Landnahmen, auch als Landgrabbing bekannt. Weil die Regierung Investoren Zugang zu Land verschafft, oft auf Kosten der Bevölkerung.

Zwei Fälle zeigen auf, wie deutsche Unternehmen in Prozesse investitionsbasierter Landkonflikte verwickelt sind – einmal geht es um Kaffee für den Export, einmal um Aufforstungen, mit denen CO2-Zertifikate erwirkt werden, die auf dem globalen Kohlenstoffmarkt angeboten werden.

Der Beitrag entstand im Juni 2025 in einem Kooperationsprojekt von südnordfunk, Witness Radio Uganda und Radio Dreyeckland.

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»Die Revolution ist nicht gescheitert, sie wird uns gestohlen«

Die Filme­macherinnen Mai Shatta und Ilaaf Khalfalla zu ihrem Film »Forgotten Voices«

Der Dokumentarfilm »Forgotten Voices« beginnt mit Bildern junger Menschen, die an den Straßenprotesten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum im Jahr 2022 und der dortigen Dezemberrevolution teilnehmen. Doch hauptsächlich erzählen Vertriebene ihre Geschichten, das Filmmaterial wurde aus zehn Ländern gesammelt. Dabei ist der Film zu einem Zeugnis des blutigen Krieges geworden, der auf die Revolution folgte.

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»Ohne die restriktiven Grenzregime könnte diese dystopische Funktion des Kapitalismus heute gar nicht mehr funktionieren«

Interview mit dem Migrationsforscher Fabian Georgi

Migration wird weltweit vermehrt gewaltsam kontrolliert und eingeschränkt. Um dieser Gewalt etwas entgegenzusetzen, müsste es Menschen möglich sein, sich global frei zu bewegen und niederzulassen. Im Gespräch mit Fabian Georgi zu seinem Buch »Grenzen und Bewegungsfreiheit« entwickelt sich eine alternative Zukunftsvision ohne Grenzgewalt und Festungsdenken.

Link Audio & Skript


Die Sendung zum Nachhören beim südnordfunk.

Stay tuned!

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