südnordfunk #143 | Wahlen in Kolumbien und Bangladesch | Audioguide Freiburg postkolonial
Außerdem: Audioguide postkoloniales Freiburg
Wann: Dienstag, 7. April 16 Uhr & Freitag, 17. April 11 Uhr
Wo: On Air 102,3 MHz | Livestream rdl.de
Ganze Sendung hier nachhören
Kolumbien: Die frühere FARC-Guerilla scheitert politisch – doch ihre Demobilisierung hat die kolumbianische Linke neu geformt.
Bangladesch: Nach dem Sturz von Sheikh Hasina und anderthalb Jahren Übergangsregierung hat Bangladesch gewählt – doch erfüllt der Sieg der BNP die Hoffnungen der Protestbewegung?
Freiburg: Ein Audioguide macht koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild sichtbar – und zeigt, was sich in den letzten Jahren bei der Aufarbeitung bewegt hat.
Ein Schritt vorwärts?
Erste demokratische Wahlen in Bangladesch
Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label »Gen Z« internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien. 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar 2026 die ersten demokratischen Wahlen, es gewann die Bangladesh National Party. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat?
Der Friedensprozess ist nicht gescheitert
Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen
Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla »Comunes« bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen Kämpfer*innen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt südnordfunk-Kollege Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik
geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht.
Koloniales Erbe mitten in Freiburg
Aktualisierter Audioguide zieht Linien zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Der Audioguide »Postkoloniale Spurensuche in Freiburg« macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Einige Stationen wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, denn es hat sich in den letzten acht Jahren bei der Aufarbeitung der lokalen Verstrickungen in die Deutsche Kolonialgeschichte etwas bewegt. So wird nun der Prozess um die Restitution und Rehumanisierung berücksichtigt - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.
Die Sendung ab Mittwoch zum Nachhören beim südnordfunk.
Stay tuned!