Für Abschiebungen: Diplomatische Annäherung zwischen Syrien und der EU - Al-Schara und EU-Kommissarin Lahbib
Diplomatische Annäherung zwischen Syrien und der EU - Al-Scharaa und EU-Kommissarin Lahbib im Januar 2025 | Foto: Bakr Alkasem CC BY 4.0

Abschiebe-Diplomatie mit Syrien und Afghanistan

Partner der deutschen Migrations­wende

Die Bundesregierung geht Abschiebe-Deals mit den Taliban und der syrischen Übergangsregierung ein. Die Normalisierung islamistischer Regime und migrationspolitische Härte gehen Hand in Hand – das trifft vor allem geflüchtete Menschen in Deutschland und alle, die unter den Regimen leben.

von Laura Romeis

17.12.2025
Veröffentlicht im iz3w-Heft 412

Sichtlich betroffen steht Johann Wadephul in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus inmitten von Ruinen und konstatiert: »Hier können kaum Menschen würdig leben«. Ausgerechnet der CDU-Außenminister sorgt mit seiner Aussage aus Syrien für Unmut bei der CDU-Führung. Sie widerspricht der konsequenten Realitätsverweigerung der Merz-Regierung in der Migrationspolitik.

Das Thema Migration war zwar nie von der Agenda verschwunden, doch die letzten Wochen zeigen, dass Erfolge in der angekündigten Migrationswende aus Regierungsperspektive nun politisch dringlicher sind: Die Regierung versucht, innenpolitische Stärke zu demonstrieren und die AfD rechts zu überholen, statt sich den gesellschaftlichen Problemen zu stellen.

Doch die ‚Migrationswende‘ lässt sich nicht ohne die Kooperation der Herkunftsländer umsetzen – insbesondere Syrien und Afghanistan. In beiden Staaten sind heute islamistische Kräfte an der Macht, die der Westen über Jahre militärisch bekämpft und sanktioniert hat. Nun werden sie zu neuen Partnern bei der Durchführung von Abschiebungen. Damit entsteht ein neuer Einflussfaktor, der zunehmend Teil internationaler Beziehungen wird: Abschiebe-Diplomatie.

Normali­sierung trotz belasteter Vergangen­heit

Der neue syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wird nun auch in Berlin erwartet, eingeladen von Friedrich Merz, um über genau jene Zusammenarbeit zu sprechen. Al-Scharaa ist seit Dezember 2024 Präsident, zuvor führte er die islamistische Hay

Alle Beiträge lesen!

Weiterlesen mit Abo

Die Inhalte gehen uns nicht aus, Kreativität und Motivation auch nicht. Gemeinsam arbeiten wir an der finanziellen Stabilität. Sei dabei, abonniere die iz3w.

Abo-Varianten vergleichen Bereits Abonnent? Login
Unsere Inhalte sind werbefrei!

Wir machen seit Jahrzehnten unabhängigen Journalismus, kollektiv und kritisch. Unsere Autor*innen schreiben ohne Honorar. Hauptamtliche Redaktion, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit halten den Laden am Laufen.

iz3w unterstützen