Afrikas verlorene Jahrtausende
Über Luke Peperas Sachbuch »Motherland«
Was passierte auf dem afrikanischen Kontinent vor dem Kolonialismus? Mit dieser Frage bewegt sich der Historiker, Archäologe und Anthropologe Luke Pepera durch die Geschichte und lässt längst Vergessenes vor unseren Augen wiederauferstehen. Gleichzeitig erfahren wir in »Motherland«, was hinter manchen Mythen steckt und wie Hollywood damit verbunden ist.
Afrika. Ein weiter Begriff für einen großen Kontinent, gefüllt mit Erfahrungen, Traditionen, Kontinuitäten und Brüchen. Und überlagert von Klischees und Vereinfachungen. Wer sich dagegenstellt, versucht es meist aus antikolonialer Perspektive. Was aber liegt jenseits des Kolonialismus? Der britisch-ghanaische Historiker, Archäologe und Anthropologe Luke Pepera macht den Versuch und schaut tief in die »verlorenen Jahrtausende« des Kontinents.
Luke Pepera schaut tief in die »verlorenen Jahrtausende« des Kontinents
Das Sachbuch »Motherland« ist zwar vollgepackt mit Informationen, gleichzeitig aber sehr lebendig, geradezu munter geschrieben. Was vielleicht daran liegt, dass das Thema für Pepera sehr persönlich ist. Der Wissenschaftler berichtet im Interview, dass die wesentliche Motivation hinter seinem Buch die Wiederentdeckung der eigenen Lebensgeschichte ist. Peperas Familie gehört zu der ethnischen Gruppe der Akan. Aufgewachsen ist er mit deren Mythologien und Traditionen, aber auch der Kunst und Kultur Ghanas. Dass er davon kaum etwas im ghanaischen Nationalmuseum wiederfand und – weniger überraschend – auch nicht im britischen Bildungssystem, enttäuschte ihn. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen natürlich zu Recht stets Sklaverei und Kolonialismus – damit aber ausschließlich die letzten 300 Jahre afrikanischer Geschichte.
Was dem entgegenstellen? Pepera beschäftigen unter