Der widerstandsfähige Wissenschaftler András Schwarz
Leben zwischen Vertreibung, Exil und Neubeginn
Wenn der Autoritarismus erstarkt, geraten die Wissenschaft und dort das freie Denken mit als Erste unter Druck. Die Lebensgeschichte des Rechtsgelehrten András Bertalan Schwarz, der 1933 ins türkische Exil fliehen musste, wirkt heute in Zeiten international wachsender Bedrohung akademischer Freiheit erstaunlich gegenwärtig. *
Im Laufe der Geschichte gehörten Wissenschaftler*innen bei einer Wende in die Diktatur immer zu den Ersten, die zur Flucht gezwungen wurden. Ihre intellektuellen Bestrebungen sowie das zerbrechliche Gut des freien Denkens nahmen sie mit ins Exil. Der ungarisch-deutsche Wissenschaftler András Bertalan Schwarz reiht sich in diese lange Tradition ein.
Die Flucht von Gelehrten ist keine historische Anomalie
Seine Geschichte scheint heute wieder aktuell zu sein: Da die akademische Freiheit weltweit unter Druck gerät, werden Wissenschaftler*innen aus politischen Gründen entlassen oder ins Exil getrieben. Schwarz’ Leben erinnert daran, dass die Flucht von Gelehrten keine historische Anomalie ist, sondern ein Warnzeichen dafür darstellt, dass Gesellschaften sich abschotten und in eine Sandburg zurückziehen. Als einer von Hunderten unter dem Nationalsozialismus vertriebenen europäischen Akademiker*innen fand Schwarz in den 1930er Jahren Zuflucht in der Republik Türkei. Dort trug er zur Modernisierung der juristischen Ausbildung bei und prägte Generationen von Studierenden nachhaltig.
Aufstieg eines Rechtsgelehrten
Schwarz wurde 188