Schwarzweißfoto von András Bertalan Schwarz. Es ist ein Porträt im Sitzen, der porträtierte blickt nach links unten aus dem Bildbereich und trägt einen gestreiften dreiteiligen Herrenanzug.
András Bertalan Schwarz | © Gerda Schimpf Fotoarchiv CC BY CC0

Der widerstands­fähige Wissen­schaftler András Schwarz

Leben zwischen Vertreibung, Exil und Neubeginn

Wenn der Autoritarismus erstarkt, geraten die Wissenschaft und dort das freie Denken mit als Erste unter Druck. Die Lebens­geschichte des Rechts­gelehrten András Bertalan Schwarz, der 1933 ins türkische Exil fliehen musste, wirkt heute in Zeiten international wachsender Bedrohung akademischer Freiheit erstaunlich gegenwärtig. *

von Işık Gürleyen

04.08.2026
Veröffentlicht im iz3w-Heft 416

Im Laufe der Geschichte gehörten Wissenschaftler*innen bei einer Wende in die Diktatur immer zu den Ersten, die zur Flucht gezwungen wurden. Ihre intellektuellen Bestrebungen sowie das zerbrechliche Gut des freien Denkens nahmen sie mit ins Exil. Der ungarisch-deutsche Wissenschaftler András Bertalan Schwarz reiht sich in diese lange Tradition ein.

Die Flucht von Gelehrten ist keine historische Anomalie

Seine Geschichte scheint heute wieder aktuell zu sein: Da die akademische Freiheit weltweit unter Druck gerät, werden Wissenschaftler*innen aus politischen Gründen entlassen oder ins Exil getrieben. Schwarz’ Leben erinnert daran, dass die Flucht von Gelehrten keine historische Anomalie ist, sondern ein Warnzeichen dafür darstellt, dass Gesellschaften sich abschotten und in eine Sandburg zurückziehen. Als einer von Hunderten unter dem Nationalsozialismus vertriebenen europäischen Akademiker*innen fand Schwarz in den 1930er Jahren Zuflucht in der Republik Türkei. Dort trug er zur Modernisierung der juristischen Ausbildung bei und prägte Generationen von Studierenden nachhaltig.

Aufstieg eines Rechts­gelehrten

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