Der Arabische Frühling und die Generation Z
Gegen das Establishment
Ein Jahrzehnt nach dem sogenannten Arabischen Frühling ist es auch in Nordafrika und Westasien immer wieder zu Mobilisierungen und Anti-Regierungsprotesten gekommen. Welche Ziele verfolgen die jungen Menschen, die der Generation Z angehören, in dieser Region?
Die negativen Folgen der Umbrüche in Libyen, Syrien, Jemen, Ägypten und mittlerweile sogar Tunesien scheinen viele junge Menschen in der Region davon überzeugt zu haben, dass Stabilität wichtiger ist als Demokratie. Zahlreiche Jugend-Befragungen zeigen auf, dass die Mehrheit der Jugend Themen wie Beschäftigung, Bildung, Korruption und Sicherheit priorisiert, während die Zielsetzung politischer Reformen abfällt. Das heißt nicht, dass politischer Aktivismus von der Agenda der Generation Z in Nordafrika und Westasien verschwunden ist. Wo dieser in Erscheinung tritt, hat er jedoch häufig einen antiinstitutionellen und Anti-Establishment Charakter. Die politischen Proteste in Sudan, Algerien, Libanon und Irak in den Jahren 2019 bis 2021 ereigneten sich außerhalb von etablierten Parteien und Bewegungen und sie denunzierten gleichermaßen Eliten und Ideologien der herrschenden Regime sowie der Opposition. Diese neue Protestgeneration hat somit keine klar identifizierbare politische Zugehörigkeit. Sie sind keine Islamist*innen, Linke oder Liberale; und sie handeln oftmals nicht im Sinne einer bestimmten Minderheit oder Konfession. Die meisten verlangen soziale und politische Veränderungen, welche die traditionellen Bruchlinien transzendieren und Themen wie Arbeitslosigkeit, Bildung und Korruption zum Schwerpunkt haben.
Sie haben radikalen Wandel als Ziel aufgegeben
Für die Generation Z in Nordafrika und Westasien bietet die globale Generation Z einen Orientierungsrahmen: Wie ihr globales Gegenstück ist