Kampf der Erinnerung in China
Eine Parade in Beijing erinnert an den Zweiten Weltkrieg
Bei der Geschichte des Zweiten Weltkriegs blickt China einerseits auf einen immensen Blutzoll und andererseits auf eine aktive Rolle bei der Niederringung der faschistischen Achsenmächte zurück. Die Erinnerungspolitik ist zudem von den Strategien der Kommunistischen Partei Chinas geprägt.
Am 3. September 2025 demonstrierte die chinesische Staats- und Parteiführung unter Xi Jinping mit einer großen Parade in Beijing, welchen Fortschritt die Modernisierung des chinesischen Militärs in den letzten Jahren gemacht hat. Die internationale Aufmerksamkeit richtete sich, gerade im Westen, auf die zur Schau gestellten Waffen. Daneben stieß die Vielzahl hochrangiger Gäste aus Asien, Afrika und Osteuropa auf das Interesse des Westens, welcher selbst aufgrund der internationalen Spannungen dem Ereignis fernblieb. Wesentlich weniger thematisiert wurde der Anlass der Parade: das Ende des Zweiten Weltkrieges ( iz3w 407).
Das so entworfene Geschichtsbild zeigt ein vereintes chinesisches Volk
Aus chinesischer Perspektive endete dieser Krieg am 3. September 1945. An diesem Tag kapitulierte Japan, nach der bedingungslosen Kapitulation gegenüber den USA am Vortag, auch formell gegenüber der Republik China. Damit endete der Kampf zwischen beiden Staaten, der 1931 mit der japanischen Invasion der Mandschurei begonnen hatte und 1937 zum offenen Krieg eskalierte. Japanische Truppen eroberten die Küstenebenen zwischen Shanghai und Beijing, die einen großen Teil der chinesischen Bevölkerung, die wichtigsten Wirtschaftsunternehmen und existenzielle Infrastruktur beherbergten. Dabei begingen sie massive Kriegsverbrechen und die Schätzungen der Gesamtzahl ziviler Opfer des Krieges beweg