Wandbild vom Gleichnis vom Schiff des Schiismus. In der Mitte sitzen der Prophet und sein Nachfolger Ali unter einem Baldachin, während Alis Söhne Hasan und Husain im Hintergrund stehen. 1530–35
Gleichnis vom Schiff des Schiismus aus dem "Buch der Könige" des Dichters Firdosi. In der Mitte sitzen der Prophet und sein Nachfolger Ali. Die Deutschen interessierte eher der 'arische' Gehalt Persiens. Foto: Janne Louise Andersen CC BY-NC-SA 2.0

Wie das Deutsche Reich und Iran Freunde wurden

Wundersame Annäherung

Ausgerechnet dem nationalsozialistischen Deutschland gelang es, eine diplomatische Verstimmung des Deutschen Reichs mit Persien aufzulösen. Damit konnte das Deutsche Reich eine diplomatische Wiederannäherung und einen bündnispolitischen Fortschritt generieren.

von Harald Möller

20.04.2026
Veröffentlicht im iz3w-Heft 414
Teil des Dossiers Kulturkampf

Zu Beginn der 1930er Jahre hatte es eine gravierende Verschlechterung der deutsch-iranischen Beziehungen gegeben. Im Jahr 1935 gelang eine Wiederannäherung, bei der ein kultureller Faktor eine zentrale Rolle spielte. Wie kam es dazu? Der Schah Reza Pahlevi wurde zuzeiten der Weimarer Republik vor der Machtübernahme der Nazis in Zeitungen des linken und demokratischen Spektrums als »Mörder« und »Diktator« bezeichnet. Nach der Machtübernahme der Nazis war in Zeitungen des rechten Spektrums – wahrscheinlich ohne Kränkungsabsicht – zusätzlich darauf verwiesen worden, dass er seine militärische Karriere als einfacher »Stalljunge« begonnen hatte.

Für den Schah stellte diese Berichterstattung einen Affront dar. Er verlangte, dass scharf gegen die Kritik vorgegangen werde. Als dies nicht sofort geschah und schon gar nicht in der damals in Iran üblichen Form (Inhaftierung, Folter oder Tötung von Kritiker*innen), reagierten er und die iranische Führungsspitze mit großem Unmut. Dies wirkte sich direkt auf die beiderseitigen staatlichen Beziehungen aus. Ein Unterhändler reiste 1934 nach Iran, um über neue ökonomische Projekte zu verhandeln. Er hatte bereits 1928 ein umfangreiches Wirtschaftspaket mit Iran ausgehandelt, kehrte diesmal jedoch mit fast leeren Händen zurück. Die beiderseitigen Beziehungen waren auf einem Tiefpunkt angelangt.

Kultur­flirt mit Iran

Das Auswärtige Amt des damaligen Deutschen Reichs setzte sich angesichts dieser Situation ab 1934 für eine Wiederannäherung an Iran ein. Zu diesem

Alle Beiträge lesen!

Weiterlesen mit Abo

Die Inhalte gehen uns nicht aus, Kreativität und Motivation auch nicht. Gemeinsam arbeiten wir an der finanziellen Stabilität. Sei dabei, abonniere die iz3w.

Abo-Varianten vergleichen Bereits Abonnent? Login
Unsere Inhalte sind werbefrei!

Wir machen seit Jahrzehnten unabhängigen Journalismus, kollektiv und kritisch. Unsere Autor*innen schreiben ohne Honorar. Hauptamtliche Redaktion, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit halten den Laden am Laufen.

iz3w unterstützen