Wie das Deutsche Reich und Iran Freunde wurden
Wundersame Annäherung
Ausgerechnet dem nationalsozialistischen Deutschland gelang es, eine diplomatische Verstimmung des Deutschen Reichs mit Persien aufzulösen. Damit konnte das Deutsche Reich eine diplomatische Wiederannäherung und einen bündnispolitischen Fortschritt generieren.
Zu Beginn der 1930er Jahre hatte es eine gravierende Verschlechterung der deutsch-iranischen Beziehungen gegeben. Im Jahr 1935 gelang eine Wiederannäherung, bei der ein kultureller Faktor eine zentrale Rolle spielte. Wie kam es dazu? Der Schah Reza Pahlevi wurde zuzeiten der Weimarer Republik vor der Machtübernahme der Nazis in Zeitungen des linken und demokratischen Spektrums als »Mörder« und »Diktator« bezeichnet. Nach der Machtübernahme der Nazis war in Zeitungen des rechten Spektrums – wahrscheinlich ohne Kränkungsabsicht – zusätzlich darauf verwiesen worden, dass er seine militärische Karriere als einfacher »Stalljunge« begonnen hatte.
Für den Schah stellte diese Berichterstattung einen Affront dar. Er verlangte, dass scharf gegen die Kritik vorgegangen werde. Als dies nicht sofort geschah und schon gar nicht in der damals in Iran üblichen Form (Inhaftierung, Folter oder Tötung von Kritiker*innen), reagierten er und die iranische Führungsspitze mit großem Unmut. Dies wirkte sich direkt auf die beiderseitigen staatlichen Beziehungen aus. Ein Unterhändler reiste 1934 nach Iran, um über neue ökonomische Projekte zu verhandeln. Er hatte bereits 1928 ein umfangreiches Wirtschaftspaket mit Iran ausgehandelt, kehrte diesmal jedoch mit fast leeren Händen zurück. Die beiderseitigen Beziehungen waren auf einem Tiefpunkt angelangt.
Kulturflirt mit Iran
Das Auswärtige Amt des damaligen Deutschen Reichs setzte sich angesichts dieser Situation ab 1934 für eine Wiederannäherung an Iran ein. Zu diesem