Indien und seine Gegner
Militarisierung statt Frieden
Die pazifistische Tradition der indischen Befreiungsbewegung ist Vergangenheit. Stattdessen rüstet das Land seine militärischen und paramilitärischen Verbände auf und kultiviert innere und äußere Feindbilder.
Seit dem Amtsantritt von Premierminister Narendra Modi und seiner hinduistischen BJP (Bharatiya Janata Dal) führte die indische Armee drei surgical strikes– hochpräzise Angriffe, die militärische Ziele zerstören sollen – gegen das verfeindete Pakistan durch. Die »chirurgischen Schläge« waren der Uri Surgical Strike von 2016 ( iz3w 361); der Angriff auf die pakistanische Stadt Balakot 2019 nach einer Selbstmordattacke eines Angehörigen der Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed, bei der 40 Angehörige der indischen paramilitärischen polizeilichen Einheit CRPF (Central Reserve Police Force) getötet wurden; und die Operation Sindoor. Diese jüngste Operation begann am 7. Mai 2025 als Antwort auf die Tötung von 26 indischen Tourist*innen im Ausflugsgebiet von Pahalgam (Kaschmir), durch fünf Bewaffnete der von Pakistan aus operierenden Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba.
Nach indischen Angaben wurden durch den Vergeltungsschlag Einrichtungen der Terrorgruppe in Pakistan mit Raketen angegriffen. Das eskalierte zu einem viertägigen Krieg zwischen den beiden Atommächten, bis es zu einem Waffenstillstand kam, den beide Seiten als Sieg beanspruchen. Wie der Name sagt, sollen die surgical strikes die Fähigkeit des indischen Militärs demonstrieren, dem Gegner präzise und begrenzt (unterhalb der Schwelle des Einsatzes von Atomwaffen) empfindliche Verluste zuzufügen. Inwieweit das ‚gelang‘ und zu etwas nützlich war, entzieht sich einer abschließenden Beurteilung.
Indien als neue Militärmacht
Die indische