KI und automatisierte Systeme im Asylverfahren
Technologien erfassen entlang der Fluchtrouten an unzähligen Stellen Daten. Bei späteren Asylbewerbungen können Algorithmen diese dann verwenden, um automatisierte Entscheidungen über eine mögliche Abschiebung zu treffen. So kommen biometrische Daten, die in Westafrika gesammelt wurden, an EU-Außengrenzen zum Einsatz, um die Schutzbedürftigkeit zu beurteilen.
Wie der Pilz nur die Spitze eines großen Organismus ist, so ist auch jede intelligente Technologie das Produkt eines verdeckten Geflechts aus Sicherheitsfirmen, staatlichen Behörden und Big-Tech-Unternehmen. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen! KI wird bereits in Grenzregimen eingesetzt, etwa an deutschen Grenzposten, europäischen Smart Borders und weltweit in Hightech-Lagern.
Mit der KI abgeschoben
Deutschland rühmt sich damit, als erstes europäisches Land eine Dialekterkennungssoftware (DIAS) bei Asylanträgen einzusetzen. Das System ist seit 2017 für arabisch sprechende Personen im Einsatz und wurde 2022 um persische Sprachgruppen erweitert. Die Software soll angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit Asylsuchende ohne Ausweispapiere ihr Herkunftsland richtig angegeben haben. Dafür beschreibt die schutzsuchende Person zwei Minuten lang ein Bild, DIAS zeichnet die Stimme auf und sucht in einer Sprachbiometrie-Datenbank nach einer Übereinstimmung. Herauskommen kann dann etwa, dass die Person mit einer Wahrscheinlichkeit von 74 Prozent Ägyptisch-Arabisch spricht.
»Die Grenzbeamten hassen uns«
Das System wurde mit Daten von verschiedenen Sprachen und Dialekten gefüttert und hat (Seite 20) dann mit der Technik des maschinellen Lernens bestimmte Muster in diesen identifiziert. Ein solches Modell aus verknüpften Datenbanken und komplexen, vielschichtigen Algorithmen gilt als Gru