KI und Ungleichheit
Wie der Globale Süden abgehängt wird
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und hinterlässt weltweit Spuren. So wird auf verschiedenen Ebenen danach gerufen, sie sozial verträglich zu gestalten. Eine dieser Ebenen sind die internationalen Beziehungen.
Fragt man ChatGPT, den weltweit beliebtesten KI-Assistenten, welche Auswirkung KI auf den Globalen Süden hat, erhält man folgende Antwort: »Die Auswirkungen von KI auf den Globalen Süden sind komplex und zweischneidig. Sie reichen von enormen Chancen für Entwicklung bis zu Risiken, die bestehende Ungleichheiten verschärfen können.« Es folgt eine sehr allgemeine Übersicht über Chancen, Risiken und Herausforderungen.
Der Januskopf
Grok, der KI-Chatbot aus dem Hause Musk, ist auf dieselbe Frage schon auskunftsfreudiger: »Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, globale Ungleichheiten zu mildern oder zu verschärfen – insbesondere im Globalen Süden. Während der Globale Norden die Mehrheit der KI-Entwicklungen dominiert und von wirtschaftlichen Vorteilen profitiert, steht der Globale Süden vor einer ambivalenten Realität: Chancen für Inklusion und Wachstum, aber auch Risiken wie Abhängigkeit, Umweltschäden und soziale Disruptionen«. Grok verweist weiter auf eine Prognose der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, wonach KI bis zum Jahr 2030 bis zu 1,7 Billionen US-Dollar zum BIP des Globalen Süden beitragen könnte. Das funktioniere vor allem durch Effizienzgewinne in Sektoren wie Landwirtschaft und Gesundheit. Um diese Effekte noch weiter zu verstärken, werden Partnerschaften (z. B. mit den USA) empfohlen, die den Süden in die KI-Wertschöpfungskette einbinden und Abhängigkeiten von westlichen Modellen reduzieren.
Diese Empfehlung ist fragwürdig. Normalerweise