Klimaschulden in Kamerun
Der deutsche Kolonialismus und der Klimawandel
Kamerun ist stark von der Klimakrise betroffen. Das liegt nicht nur an den Treibhausgasemissionen des globalen Nordens, sondern auch am kolonialen Erbe. Deutschland verursachte als Kolonialmacht die ökologischen Weichenstellungen, die bis heute die Anpassungsfähigkeit des Landes behindern.
Der Germo-Douala-Vertrag im Jahr 1888 bildete die Grundlage für Jahrzehnte der kolonialen Unterdrückung und Ausbeutung Kameruns durch das Deutsche Kaiserreich. Deutsche Kolonialbehörden etablierten hier den rechtlichen Rahmen für großflächige Landenteignungen. Das schuf die Grundlage für die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen im Interesse der deutschen Industrie.
Monokulturen und Abholzung
In der Landwirtschaft der Kolonialzeit verdrängten riesige Plantagen den traditionellen Nahrungsmittelanbau. So wurde die Selbstversorgung der Bevölkerung eingeschränkt. Die Kolonialherren etablierten sogenannte Cash Crops wie Tabak, Kakao oder Ölpalmen, welche immense Gewinne einbrachten. Die Einführung dieser kommerziellen Monokulturen hatte jedoch gravierende Auswirkungen auf die Böden Kameruns. Die Monokulturen führten zur verstärkten Bodenerosion und zu einem erheblichen Verlust an biologischer Vielfalt. Diese Form der Landwirtschaft erschwert Kamerun heute die Anpassung an die Klimakrise. Die Wirtschaft ist immer noch auf landwirtschaftlichen Export von Cash Crops ausgerichtet – auf Monokulturen, die anfällig für klimatische Veränderungen sind. Die Kakaoproduktion, die rund 15 Prozent der Agrarexporte ausmacht, sank zwischen 2015 und 2019 aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen um zehn Prozent. Die Klimakrise führt zu immer mehr Ernteausfällen, zu mehr Armut und einer erschwerten Anpassung an ihre Auswirkungen.
Die deutschen Netto-Klimaschulden belaufen sich auf fast 38