Kritik am KI-Begriff
Gurken, Äpfel oder Birnen in lauter künstlichen Gehirnen
Die Computerprogramme, die heute als Künstliche Intelligenz vermarktet werden, funktionieren sehr unterschiedlich. Warum ist das relevant? Die sprachliche Verengung auf KI hat weitreichende Folgen – auch im Zusammenhang mit der Macht der Tech-Giganten.
EINS: Eine folgenreiche Sprachregelung
Der Begriff der »künstlichen Intelligenz« (KI) legt nahe, dass die verschiedenen Programme und Anwendungen für Beruf und Freizeit, die so heißen, alle von derselben Art wären. So verdeckt dieser Name Unterschiede und Widersprüche. Er kommt aus der Fachwelt. Aber auch da musste er erst durchgesetzt werden. Das hat in den 1950er-Jahren des letzten Jahrhunderts der amerikanische Informatiker, Kognitionsforscher und Logiker John McCarthy getan.
Als McCarthy den KI-Begriff vorschlug, waren seine Absichten: erstens Fokussierung der wissenschaftlichen Arbeit; zweitens erleichterte Mittelbeschaffung (deutliche Sammelnamen verkürzen Anträge); und drittens übersichtlichere Verwaltung.
Was ein Begriff, der diese Zwecke erreicht, außerhalb der Fachwelt, nämlich in der breiteren Laienöffentlichkeit anrichtet, hängt davon ab, wer ihn dort wie benutzt.
Die häufigste Verwendung findet der Begriff heute in der Werbung von Unternehmen, die in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen immer mehr Macht ansammeln: zum Beispiel Google, Microsoft und Amazon. Aber auch jüngere Firmen werben mit dem Begriff, allen voran OpenAI. Hinter solchen Unternehmen steht das Wagniskapital, in Gestalt beispielsweise des Gründerzentrums Y Combinator.
Der Gipfel der Macht, die da gesammelt wird, ist das Monopol.
Die Formel »KI« bezeichnet derzeit Computerprogramme, die Leistungen erbringen, für die früher der menschliche Verstand und die menschliche Vernunft nötig waren.