Wem gehört Grönland?
Alte Militärstrategien kehren zurück
Vor dem Hintergrund der Debatte über die Sicherheit in der Arktis beziehungsweise Grönlands hat am 11. Februar die NATO ihre Mission Arctic Sentry (Wächter der Arktis) gestartet. Mit dieser Arktis-Mission will die NATO den Streit um Grönland, den die Begehrlichkeit von US-Präsident Donald Trump ausgelöst hatte, deeskalieren. Die Mission werde »die Stärke der NATO« nutzen, um sicherzustellen, »dass die Arktis und der Hohe Norden sicher bleiben«, erklärte der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Ziel sei es, eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete abzusichern. Verbessert werden sollen die Überwachung der von Eis bedeckten größten Insel der Welt und die Abschreckung der Großmächte Russland und China.
Damit wird der zentrale Beweggrund für all das, was Donald Trump seit seiner Amtseinführung im Januar letzten Jahres hinsichtlich Grönlands von sich gab, auf den Tisch gelegt: die Abschreckung Russlands und Chinas. Es geht also nicht um die unter dem ewigen Eis Grönlands schlummernden Rohstoffvorkommen, sondern einfach um die althergebrachten militärischen und sicherheitspolitischen Überlegungen.
Arktis im Kalten Krieg und heute
Wobei spätestens seit Veröffentlichung der neuen US-amerikanischen Sicherheitsstrategie Ende 2025 und der Verteidigungsstrategie Anfang 2026 klar war, wohin die Reise geht: zurück in den Kalten Krieg. Da ist wieder von »Einflusszonen« die Rede und im Sinne von Trumps Leitsatz »America First« soll der Verteidigungsfokus der USA auf dem eigenen Land liegen. Grenzen sollen gesichert und der Luftraum durch das Raketenabwehrsystem Golden Dome geschützt werden, das Trump auf Grönland errichten will. War Grönland bisher zur Früherkennung von anfliegenden Raketen wichtig, so soll es jetzt quasi zum Vorposten US-amerikanischer Vert