Sechs männliche Personen in US-amerikanischer Militärkleidung sitzen und stehen vor einer gebirgigen Landschaft in Grönland
US-Militärangehörige bei einer Wanderung in Grönland | Foto: Signal Corps Archive

Wem gehört Grönland?

Alte Militär­strategien kehren zurück

von Stefan Brocza

25.02.2026
Veröffentlicht im iz3w-Heft 413
Teil des Dossiers Vorwärts marsch

Vor dem Hintergrund der Debatte über die Sicherheit in der Arktis beziehungsweise Grönlands hat am 11. Februar die NATO ihre Mission Arctic Sentry (Wächter der Arktis) gestartet. Mit dieser Arktis-Mission will die NATO den Streit um Grönland, den die Begehrlichkeit von US-Präsident Donald Trump ausgelöst hatte, deeskalieren. Die Mission werde »die Stärke der NATO« nutzen, um sicherzustellen, »dass die Arktis und der Hohe Norden sicher bleiben«, erklärte der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Ziel sei es, eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete abzusichern. Verbessert werden sollen die Überwachung der von Eis bedeckten größten Insel der Welt und die Abschreckung der Großmächte Russland und China.

Damit wird der zentrale Beweggrund für all das, was Donald Trump seit seiner Amtseinführung im Januar letzten Jahres hinsichtlich Grönlands von sich gab, auf den Tisch gelegt: die Abschreckung Russlands und Chinas. Es geht also nicht um die unter dem ewigen Eis Grönlands schlummernden Rohstoffvorkommen, sondern einfach um die althergebrachten militärischen und sicherheitspolitischen Überlegungen.

Arktis im Kalten Krieg und heute

Wobei spätestens seit Veröffentlichung der neuen US-amerikanischen Sicherheitsstrategie Ende 2025 und der Verteidigungsstrategie Anfang 2026 klar war, wohin die Reise geht: zurück in den Kalten Krieg. Da ist wieder von »Einflusszonen« die Rede und im Sinne von Trumps Leitsatz »America First« soll der Verteidigungsfokus der USA auf dem eigenen Land liegen. Grenzen sollen gesichert und der Luftraum durch das Raketenabwehrsystem Golden Dome geschützt werden, das Trump auf Grönland errichten will. War Grönland bisher zur Früherkennung von anfliegenden Raketen wichtig, so soll es jetzt quasi zum Vorposten US-amerikanischer Vert

Alle Beiträge lesen!

Weiterlesen mit Abo

Die Inhalte gehen uns nicht aus, Kreativität und Motivation auch nicht. Gemeinsam arbeiten wir an der finanziellen Stabilität. Sei dabei, abonniere die iz3w.

Abo-Varianten vergleichen Bereits Abonnent? Login
Unsere Inhalte sind werbefrei!

Wir machen seit Jahrzehnten unabhängigen Journalismus, kollektiv und kritisch. Unsere Autor*innen schreiben ohne Honorar. Hauptamtliche Redaktion, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit halten den Laden am Laufen.

iz3w unterstützen