Hilfe, die Helfer kommen
Milizen und Militärs im Sahel drangsalieren die Bevölkerung
In Sahel-Staaten wie Niger und Mali putschten die Militärs. Sie versprachen der von Milizen geplagten Bevölkerung Sicherheit, doch daraus wurde nichts.
»Aufrüsten für den Frieden wirkt wie Schnaps gegen Alkoholismus« lautete in den 1980er Jahren in der Bundesrepublik eine gängige Parole der Friedensbewegung. Heute würde der Slogan, in Anbetracht des Ukrainekriegs und den imperialen Ambitionen Russlands, erneut Kontroversen auslösen. Ein anderer, argumentativ hergestellter aktueller Zusammenhang würde den Faktencheck besser überstehen. Dieser Merksatz lautet: »Militärputsche sind kein wirksames Mittel gegen jihadistische Gewalt«.
Militärputsche helfen nichts gegen jihadistische Gewalt
Diese Lektion lernen gerade die drei Kernstaaten der Sahelzone – Mali, Burkina Faso und Niger, die respektive seit 2020, 2022 und 2023 von Militärregierungen geführt werden. Seit September 2023 sind sie in der Allianz der Sahel-Staaten (AES) zusammengeschlossen. Legitimiert hatten sich die Militärputsche in erster Linie darüber, dass ihr Antritt dazu diene, Sicherheit zu schaffen. Das meint vor allem die Zurückdrängung der seit dem Beginn der 2010er Jahre eskalierenden jihadistischen Gewalt in der Region.
Doch derzeit befinden sich die jihadistischen Organisationen, vor allem die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime, die dem internationalen Netzwerk Al-Qaida angegliedert ist, auf dem Vormarsch. Dies gilt vor allem für Mali und Burkina Faso. In der benachbarten Republik Niger hat sich im Machtkampf zwischen jihadistischen Gruppen derzeit der Islamische Staat im Sahel durchgesetzt. Diese Gruppe ist der regionale Ableger des Islamischen Staat (IS), der ursprünglich vor allem in Syrien und dem Irak verankert war.