Ein Soldat geht mit der Hand an der Waffe über ein Feld, im Hintergrund sind Militärfahrzeuge
Soldat der israelischen Armee im südlichen Hochland von Hebron | Foto: white ant | CC BY-NC-SA 2.0

»Das Chaos ist Teil des Kontroll­systems«

Ein Interview zur Situation im West­jordan­land

Wie überlebt man in einer stark militarisierten Region? Damit kennen sich Asmahan Simry und Tamar Cohen aus, die als Geschäftsführerin und Leiterin der Ressourcenentwicklung bei Comet-ME arbeiten, einer NGO die sich für beduinische und fellachische Hirten-Communities im Westjordanland einsetzt. Wie funktioniert ihre technische und infrastrukturelle Unterstützung angesichts von Militär, Milizen, Landaneignung und Besatzung?

Das Interview führten Kathi King und Claudio Moser

25.02.2026
Veröffentlicht im iz3w-Heft 413
Teil des Dossiers Vorwärts marsch

iz3w: Wie lang gibt es Comet-ME schon?

Comet-ME wurde 2009 gegründet. Die Gründer waren zwei israelische Aktivisten und Physiker namens Elad Orian und Noam Dotan, die der Meinung waren, dass die israelische Besatzung im Westjordanland beendet werden muss. Sie glaubten an Grundrechte und Infrastruktur für alle.

Wie kann man sich eure Infrastrukturarbeit vorstellen?

Es begann mit einem Energieprojekt im südlichen Hochland von Hebron, bei dem wir Solarenergiesysteme und hybride Solar-Wind-Systeme bereitgestellt haben. Später stellten wir fest, dass die Menschen in dieser Region kontaminiertes Wasser aus ihren Zisternen tranken. Menschen und Tiere tranken aus derselben Wasserquelle. Also starteten wir ein Wasserprojekt, in dessen Rahmen wir ein Wasserversorgungssystem für Haushalte entwickelten, das Wasser pumpt, verteilt, filtert und für den Haushaltsgebrauch und die Viehzucht bereitstellt. Auch wenn Familien Zisternen für Regenwasser haben, müssen sie oft Wasser in Tanks ankaufen, um ihren Bedarf zu decken.

Im Jahr 2021 haben wir als Reaktion auf die COVID-Pandemie und den gestiegenen Bedarf an Fernunterricht für Kinder und Jugendliche ein Internetprojekt ins Leben gerufen. So erhielten die Menschen eine Verbindung in die Welt.

Nach dem 7. Oktober änderte sich die Lage im We

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