»Das Chaos ist Teil des Kontrollsystems«
Ein Interview zur Situation im Westjordanland
Wie überlebt man in einer stark militarisierten Region? Damit kennen sich Asmahan Simry und Tamar Cohen aus, die als Geschäftsführerin und Leiterin der Ressourcenentwicklung bei Comet-ME arbeiten, einer NGO die sich für beduinische und fellachische Hirten-Communities im Westjordanland einsetzt. Wie funktioniert ihre technische und infrastrukturelle Unterstützung angesichts von Militär, Milizen, Landaneignung und Besatzung?
iz3w: Wie lang gibt es Comet-ME schon?
Comet-ME wurde 2009 gegründet. Die Gründer waren zwei israelische Aktivisten und Physiker namens Elad Orian und Noam Dotan, die der Meinung waren, dass die israelische Besatzung im Westjordanland beendet werden muss. Sie glaubten an Grundrechte und Infrastruktur für alle.
Wie kann man sich eure Infrastrukturarbeit vorstellen?
Es begann mit einem Energieprojekt im südlichen Hochland von Hebron, bei dem wir Solarenergiesysteme und hybride Solar-Wind-Systeme bereitgestellt haben. Später stellten wir fest, dass die Menschen in dieser Region kontaminiertes Wasser aus ihren Zisternen tranken. Menschen und Tiere tranken aus derselben Wasserquelle. Also starteten wir ein Wasserprojekt, in dessen Rahmen wir ein Wasserversorgungssystem für Haushalte entwickelten, das Wasser pumpt, verteilt, filtert und für den Haushaltsgebrauch und die Viehzucht bereitstellt. Auch wenn Familien Zisternen für Regenwasser haben, müssen sie oft Wasser in Tanks ankaufen, um ihren Bedarf zu decken.
Im Jahr 2021 haben wir als Reaktion auf die COVID-Pandemie und den gestiegenen Bedarf an Fernunterricht für Kinder und Jugendliche ein Internetprojekt ins Leben gerufen. So erhielten die Menschen eine Verbindung in die Welt.
Nach dem 7. Oktober änderte sich die Lage im We