Der Nkonya-Alavanyo-Konflikt in Ghana
Teile und herrsche
Die Kunstaustellung »Fragments« von Sela Adjei thematisierte den Landkonflikt zwischen Nkonya und Alavanyo in Ostghana. Dieser wenig bekannte Konflikt beeinträchtigt das Leben in der nördlichen Voltaregion. Seine Ursprünge reichen in die Zeit der britischen und deutschen Kolonialherrschaft zurück.
Vom 6. März bis zum 6. April 2025 hat der ghanaische Künstler Sela Adjei im Museum of Science and Technology in Accra seine Ausstellung »Fragments«gezeigt. Auf Ölgemälden sind schwarze und weiße Figuren zu sehen, die sich wie in choreographierten Tänzen umeinander herum bewegen. Doch finden sich auf den tanzenden Schwarzweißfiguren immer wieder rote Kleckse, die das Bild wie Blutflecken irritieren und den Tanz schmerzhaft wirken lassen – als wären die Figuren darin gefangen.
Die Werke sind inspiriert von dem über hundert Jahre alten Landkonflikt zwischen Guan-sprechenden Nkonya und Ewe-sprechenden Alavanyo. Das sind zwei aneinandergrenzende Gemeinden in der nördlichen Voltaregion, dem östlichen Streifen Ghanas.
Ein alter Landkonflikt
Abgelegen von Ghanas florierender Küstenregion um die Hauptstadt Accra reicht dieser Konflikt über hundert Jahre zurück: Der erste gewalttätige Vorfall wurde 1923 während der Feierlichkeiten zum sogenannten Empire Day dokumentiert – einem Fest der britischen Kolonialmacht. Zwischen Ghanas Unabhängigkeit 1957 und den 1980er-Jahren gab es bereits fünf Gerichtsurteile, um den Konflikt zu beenden. Außerdem häufen sich seit den 1990er-Jahren die Peacebuilding-Projekte, und dennoch dauert die Gewalt an. Die Konfliktforscher*innen