Ferdinand Marcos mit seiner Frau Imelda zusammen mit dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson und dessen Frau während ihres Besuchs auf den Philippinen im Jahr 1966 | Foto: Av Marion S. Trikosko/US Library of Congress | Wikimedia

Von Marcos zu Marcos

Die Philippinen seit 1965. Eine Buch­vorstellung

Die Philippinen werden heute vom Sohn eines Diktators regiert, der 1986 in einem Volksaufstand zur Flucht gezwungen wurde. Die Wiederkehr autoritärer Herrschaft ist aus den Strukturen im Land selbst entstanden, begleitet von demokratischen Wahlen. Der Sammelband »Von Marcos zu Marcos« erklärt, warum.

von Karl Rössel

24.02.2026
Veröffentlicht im iz3w-Heft 413

Anfang der 1990er Jahre landete die philippinische Band »Yano« mit »Kamusta Na« einen Hit, der die politische Stimmung wenige Jahre nach dem Sturz des langjährigen Diktators Ferdinand Marcos beschrieb. Marcos hatte zwei Jahrzehnte lang autoritär regiert, davon neun Jahre mit Kriegsrecht. Er hatte jegliche politische Opposition brutal verfolgen lassen, Tausende inhaftiert und ermordet.

Trotzdem entwickelte sich Mitte der 1980er Jahre eine Protestbewegung, auf deren Höhepunkt Hunderttausende in der Metropole Manila eine Hauptverkehrsader namens EDSA blockierten und der sich letztlich auch engste Vertraute von Marcos, wie sein Generalstabschef Fidel V. Ramos, anschlossen. Marcos verlor damit die Kontrolle über das Militär und die Polizei und musste schließlich ins US-amerikanische Exil nach Hawaii fliehen.

Die als »People Power« glorifizierte Revolte brachte 1986 Corazon Aquino an die Macht, die weltweit als Hoffnungsträgerin für einen demokratischen Aufbruch und sozialen Wandel auf den Philippinen galt und bis 1992 regierte. Doch für die meisten änderte sich unter ihrer Präsidentschaft wenig. »Yano« sang in »Kamusta Na« dazu: »Du warst berühmt, warst im Fernsehen zu sehen, einer von vielen bei den Demonstrationen auf der EDSA. Du hast mit Nonnen vor den Panzern gestanden. Aber heute bist Du wieder allein und schiebst immer noch Deinen hölzernen Karren über die EDSA...«

Mit ihrem Song »Trapo« erklärte die Band auch, warum die Armen auf den Philippinen auch na

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