Am Ende des Regenbogens
Rechtsnationalismus und Fremdenfeindlichkeit in Südafrika
Die Republik Südafrika ist mit zwei unterschiedlichen Varianten von Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Eine ‚weiße‘ Variante lehnt sich an ihre Vorherrschaft im vergangenen Apartheidsystem an. Eine ‚Schwarze‘ Variante stigmatisiert Zuwanderung. Beide Tendenzen verzeichnen Zulauf.
Die »Regenbogennation« ist ein arg strapaziertes Bild Südafrikas. Euphorisch nach dem Ende der Apartheid ausgerufen, hat es Risse bekommen. Das liegt nicht nur an einer gewachsenen Korruption und Misswirtschaft im Land (iz3w 396). Es ist auch ein Backlash gegen die kulturelle Vielfalt im Gange.
Das manifestiert sich in zwei Formen von Ausgrenzungspolitik: Zum einen passt die neue Republik Südafrika nicht zur althergebrachten ethnonationalistischen Überzeugung der rechten burischen Afrikaner*innen, die sich in bewaffneten Gruppen wie der Afrikaner Weerstandsbeweging (gegründet bereits während der Apartheid) organisieren – oder welche exklusive Gemeinschaften wie die Siedlung Orania gründeten. Zum anderen waren es auch die gewaltsamen xenophobischen Ausschreitungen Schwarzer Personen im Jahr 2008, die wie Schockwellen das Land erschütterten und sich 2015 wiederholten. Es lohnt sich, einen Blick auf die jüngeren Entwicklungen zu werfen, da vielfältige rechte Tendenzen unter Weißen sowie xenophobische Neigungen unter der Schwarzen Bevölkerung jeweils an Anschlussfähigkeit gewinnen.
Rechte, konservative Kreise
In den letzten Jahren haben rechte, nationalistische Organisationen zunehmend Aufmerksamkeit erhalten und sich wieder etabliert. Hervorzuheben ist das vor zwanzig Jahren gegründete AfriForum, das sich zur einflussreichsten Stimme konservativer und rechter Afrikaners (Buren) entwickelte. Das AfriForum vertritt die Interessen der afrikaans (kolonial-niederländisch)