»Es sind doch nur Träume. Das ist nicht echt«, verteidigt sich Sara Hussein, als sie am Flughafen von Los Angeles verhaftet wird. Der Vorwurf: Sie werde bald ein Verbrechen begehen. An dem Menschen, der Sara am nächsten steht: ihrem Ehemann. Ein Algorithmus hat diese Gefahr aus ihren Träumen berechnet.
In der Verwahranstalt Madison – die Wärter legen großen Wert darauf, dass es sich nicht um ein Gefängnis handelt – trifft sie auf andere Frauen*, die aufgrund ihrer Träume hier gelandet sind und als Risiko für die Gesellschaft gelten. Zunächst sind es nur 21 Tage, die Sara dort unter Beobachtung gestellt werden soll. Doch aus Tagen werden Monate und Sara kommt ihrer Entlassung keinen Schritt näher. Immer mehr zweifelt sie daran, jemals ihre Unschuld beweisen zu können und übt auf anderem Weg Widerstand aus.
Wie würde eine Welt aussehen, in der alles, was wir tun, sagen, posten und sogar träumen, überwacht wird, um Verbrechen vorzubeugen?
Das Dream Hotel ist keine Dystopie aus einer fernen Zukunft. Madison wird im Auftrag der Regierung von privaten Unternehmen geführt. Die Gefangenen sind angehalten, für diese zu arbeiten, ob als Tester*innen für KI-Bilder oder in der Wäscherei. Das verdiente Geld können sie dann für Produkte und Dienstleistungen ebendieser Unternehmen – Anrufe mit ihren Liebsten, Besuchsprivilegien, Snacks, Shampoo oder Lippenstift – wieder ausgeben. Tampons bekommen sie umsonst – wenn sie zustimmen, ihre Menstruation tracken zu lassen. Sie kämpfen mit der Bürokratie und dem Machtmissbrauch der Wärter. Es herrscht sowohl Misstrauen als auch Solidarität in einem düsteren Gefängnisalltag. Sara ist keine Reden schwingende Superheldin, sie zweifelt an sich selbst: Hat der Algorithmus am Ende doch Recht und sie ist eine Gefahr für ihren Mann? Dabei versucht sie, im Kleinen und im Zusammenhalt mit den anderen Frauen* ihre Würde zu bewahren.
Der Roman behandelt große Fragen: Wie würde eine Welt aussehen, in der alles, was wir tun, sagen, posten und sogar träumen, überwacht wird, um Verbrechen vorzubeugen? Welchen Stellenwert hat Privatsphäre und welche Freiheiten sind Menschen bereit, für ihre vermeintliche Sicherheit aufzugeben?
Der Fokus liegt im Buch dabei immer auf den Menschen, die dieses System aufbauen, unterstützen und hinnehmen: »Sie haben uns nach Madison gebracht. Menschen, nicht Maschinen.« Es wäre also ein Roman für alle Menschen, die Bedenken um die Sicherheit ihrer Daten mit den Worten »Ach, ich habe ja nichts zu verbergen« zur Seite wischen und für alle, die dieser Satz total auf die Palme bringt.