Millionen von Menschen sind im Sudan auf der Flucht, besonders Schwarze Menschen aus Darfur sind betroffen. Lebensmittelausgabe in einem Camp.
14 Millionen Menschen wurden im über zweijährigen Krieg im Sudan vertrieben. Besonders betroffen sind Menschen aus Darfur | Foto: European Union / Dominique Catton CC BY-NC-ND 2.0

»Ich habe jeden Moment meines Lebens Angst«

Protokoll einer Fluchtgeschichte aus dem Sudan nach Jordanien

Seit dem Ausbruch des sudanesischen Kriegs am 15. April 2023 wurden etwa 12 Millionen Menschen vertrieben. Während die Mehrheit der Vertriebenen innerhalb des Landes auf der Flucht ist oder sich in den unmittelbaren Nachbarländern aufhält, suchen einige Schutz in Jordanien. Die jordanische Regierung geht von insgesamt etwa 1,4 Millionen sudanesischen Geflüchteten aus. So auch die 31-jährige Suma (Name geändert), die zu Beginn der Revolution und des Sturzes al-Baschirs im Jahr 2019 nach Jordanien geflohen ist. Sie berichtet, was sie als Darfuri unter dem alten Regime erlebte und mit welchen neuen Unterdrückungen sie in Jordanien konfrontiert ist.

von Maxima Meyer und David Hermann

13.08.2025
Veröffentlicht im iz3w-Heft 410

Suma stammt aus Darfur. Sie ist neun Jahre alt, als 2003 der Konflikt zwischen den Rebellengruppen SLA (Sudanesische Befreiungsarmee) und JEM (Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit) mit den Sudanesischen Regierungstruppen (SAF) zum Krieg eskaliert. Die Regierungstruppen rekrutierten für diesen Krieg die Dschandschawid-Miliz, die für ungezählte Morde und Menschenrechtsverletzungen in den folgenden Bürgerkriegen verantwortlich ist. Aus ihr sollten 2013 wiederum die Rapid Support Forces (RSF) hervorgehen, eine der beiden Kriegsparteien im heutigen Krieg. Hier flieht Suma zuerst in die Hauptstadt Khartum:

Ich lebte in einem Ghetto in Mayo, im Süden von Khartum. Es war relativ sicher im Vergleich zu den damaligen Ereignissen in Darfur. Die Bewohner des Ghettos kamen aus den verschiedenen Regionen des Sudan. Wir hatten kaum Geld, aber wir lebten, also ging es uns erstmal ganz gut.

In Khartum wird Suma immer wieder aufgrund ihrer Herkunft aus Darfur diskriminiert – auch in der Schule:

Es ging einmal um Khalil Ibrahim (der ehemalige Anführer der Rebellengruppe JEM) und ich sollte meine Meinung über ihn sagen. Danach w

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