Junge Generation rebelliert gegen Diktatur
Raus aus der Sackgasse
Seit Anfang Juni 2025 erlebt Togo eine neue Protestwelle, vor allem von der jungen Generation getragen. Sie ist in einem autoritären System unter dem Gnassingbé-Clan ohne reale Mitbestimmung aufgewachsen, geplagt von hoher Arbeitslosigkeit, steigenden Lebenshaltungskosten und fehlenden Perspektiven.
Für die meisten jungen Menschen in Togo bedeutet Erwachsenwerden, in einer Sackgasse zu landen. Zwar erreichen immer mehr Jugendliche einen weiterführenden Schulabschluss oder absolvieren sogar ein Studium. Doch Jobs mit der Perspektive, die Familie zu ernähren – eine Verantwortung, die in der Regel den älteren Geschwistern zufällt – sind rar und meist nur über Beziehungen zu erreichen. Prostitution, bis vor wenigen Jahren noch ein Tabuthema, ist heute unter jungen Frauen gezwungenermaßen weit verbreitet und wird auf Plattformen wie TikTok thematisiert. Auch Migration bietet kaum noch Auswege. Anstatt Europa zu erreichen, stranden viele Migrant*innen im Wüstenstaat Niger. Nicht wenige kehren »freiwillig« in ihre Herkunftsländer zurück – traumatisiert und gescheitert. Legale Arbeitsmigration ist nur einer kleinen Minderheit vorbehalten.
Vor diesem Hintergrund gingen am 6. Juni in der Hauptstadt Lomé tausende junge Menschen auf die Straße. Mit Hupkonzerten, klappernden Topfdeckeln und Parolen wie »Befreit Togo!« oder »Uns reicht’s!« machten sie ihrem Frust Luft. Die Sicherheitskräfte reagierten brutal, setzten Tränengas ein, jagten die Jugendlichen durch die Straßen und riegelten das Präsidialviertel ab. Dutzende wurden festgenommen, die meisten jedoch nach wenigen Tagen wieder freigelassen.
Seit 2022 sind Massenkundgebungen verboten
Unmittelbarer Auslöser der Proteste war die Verhaftung des Rappers Aamron. In satirischen Videos