Künstliche Intelligenz wälzt alles um?
Der Umbruch
Künstliche Intelligenz wälzt alles um? Vielleicht. Aber oben bleibt oben und unten bleibt unten.
Bilder können eine historische Bruchsituation verdeutlichen. Das Gemälde » Das Eisenwalzwerk« von Adolph Menzel, 1875 entstanden, zeigt die Arbeitswelten der Ersten Industriellen Revolution. Mensch und Maschine sind symbiotisch vereint. Antriebsräder, Zangen, Kolben, Walzen, Kabel und die Handgriffe der Arbeiter, ohne Schutzanzüge in der glühenden Atmosphäre, prägen das Geschehen. Es ist heiß, schmutzig und gefährlich. Die kapitalistische Moderne stampft voran.
Heute befinden wir uns in der vierten industriellen Revolution. Welche Bilder bieten sich diesmal an? In Charlie Steins Werk » Perfect Lovers« kommen sich zwei komplett in Daunenjacken verhüllte und so roboterhaft wirkende Menschen immer näher, ja, sie berühren sich. Wir streicheln ja auch unsere Smartphones. Da ist wieder die Symbiose, aber eine ganz andere. Haut und Legierungen, Inter-Face und Pixel verschwimmen. Das wirkt kalt und emotional heiß zugleich. Sind die Umarmungen gewollt oder sind sie eine Bedrohung? Man weiß es nicht.
Schauen wir uns die Pole in der KI-Welt heute an: oben und unten. KI dominiert im oberen Pol das aktuelle wirtschaftspolitische Narrativ. Plattformökonomie, Silicon Valley oder Wall Street war gestern. Die KI-Akteure drehen an einem ganz großen Rad. Die Investitionen sprengen jede Vorstellung. Innerhalb von wenigen Jahren soll sich durch KI die Welt verändern. Mittel zum Zweck sind riesige Datenzentren. White-Collar-Worker, sprich die Angestelltenklasse, wie sie vor hundert Jahren entstand, ist überflü