Portrait von Floyd B. Mc Kissick
Floyd B. Mc Kissick galt als »Mr. Black Power« | Filmstilll aus »Soul City«

Black History Month

100 Jahre Erinnerung, Geschichte & Widerstand

Seit einem Jahrhundert ist der Februar dem Black History Month gewidmet – entstanden aus dem Bedürfnis Schwarzer Menschen, ihre Geschichte selbst zu erzählen und sichtbar zu machen. Was 1926 als »Negro History Week« begann, ist heute ein internationaler Erinnerungs­monat, der Schwarze Errungenschaften, politische Kämpfe und kulturelles Erbe würdigt. Doch dieses Erinnern ist alles andere als selbstverständlich.

In den USA, wo der Black History Month fest in Bildung, Öffentlichkeit und sogar Konsumkultur verankert ist, gerät er zunehmend unter Druck. Erstarkender Rassismus, Angriffe auf Diversitätsprogramme und der Versuch, Schwarze Geschichte aus Schulen und öffentlichen Debatten zu verdrängen, stellen die Frage neu: Wessen Geschichte darf erinnert werden – und warum? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläum blickt dieses Dossier zurück, ordnet ein und fragt beispielhaft, was Schwarze Geschichte heute bedeutet, wenn demokratische Errungen­schaften selbst zur Disposition stehen.

Schicht um Schicht - Black History

Gezeichnetes Bild von Beatriz Nascimento auf einem Stuhl.

»Geschrieben von Schwarzen Händen«

Ein Porträt der afro­brasilianischen Historikerin, Dichterin, Drehbuch­autorin und Aktivistin Beatriz Nascimento

Das Port­rät der Histor­ikerin Beatriz Nasci­mento zeichnet eine Frau welche sich in eine abolition­istische Trad­ition stellt, und die afro­brasilian­ische Gesch­ichte neu ge­prägt hat. Ein Fokus ihrer Arbeit ist die afro-atlant­ische Erinner­ung.

von Betânia Ramos-Schröder

Gruppenbild direkt vor der Säule von Soul City

Soul City, North Carolina

In den 1970er Jahren entstand in North Carolina mit Soul City die Vision einer Stadt ohne Rassismus. Getragen von der Black-Power-Bewegung wurde das Projekt staatlich gefördert – und durch eine rassistische Kampagne zerstört.

Die Schwarze Aktivistin Fasia Jansen im Regenmantel mit Akkordeon bei einer Friedensdemo in Bonn 1981

»The Rich Voice of Peace«

Fasia Jansen, Tochter eines liberian­ischen Konsuls, wird mit Musik zur Stimme des politischen Wider­stands. Geprägt vom Rassismus der NS-Zeit kämpfte sie weltweit mit Mut und Musik für Frauen­rechte, Solidarität und politische Gerechtig­keit.

Nahaufnahme von Malcolm X im Gericht von Queens, er trägt Anzug und Brille

Zur politischen Gegen­wart von Malcolm X

Der Schwarze Bürger­rechtler Malcolm X verband Anti­rassismus, Aktivismus und Schwarze Wut zu einem Ruf nach Freiheit – sein Wider­stand und Vermächt­nis bekommen in Zeiten erstarkender rassistischer Gewalt und Black Lives Matter neue Aktualität.

Bei einem antirassistischen und dekolonialen Protest in Frankreich werden Bilder von Frantz Fanon hochgehalten. Fanon trägt auf dem Porträt Anzug und Krawatte

Solidarität, Identität und Humanismus bei Frantz Fanon

Leon Gabriel zeigt, wie Frantz Fanons Denken ein Ver­ständnis von Soli­dari­tät ermöglicht, das feste Identi­täten hinterfragt, Gewalt kritisch re­flektiert und einen re­parativen Human­ismus in den Mittel­punkt stellt.

Chiefs im kolonialisierten Moshi Boma, Tansania | Foto: Hans Meyer (SLUB/Deutsche Fotothek) | Public Domain Mark 1.0

Mangi Meli – Rufe aus dem Depot

Restitution menschlicher Überreste, wie Schädel, ist einerseits eine politische Forderung. Andererseits stehen dahinter nicht selten persönliche Geschichten, wie die eines tansanischen Enkels auf der Suche nach den Gebeinen seines Großvaters.

Das Filmstil zeigt einen Mann auf einer Treppe mit rotem Hemd

Bruch­stellen einer Revolution

Die Nelken­revolution aus afrikan­ischer Perspektive

Die portugiesische Nelken­revolution gilt als weitest­gehend friedlicher Umbruch, der Demo­kratisierung und Dekolo­nisierung mit sich brachte. Aus Sicht der ehe­maligen afrikan­ischen Kolonien war dieser Prozess jedoch viel­schichtiger und ambi­valenter.

von Doris Wieser

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