Black History Month
100 Jahre Erinnerung, Geschichte & Widerstand
Seit einem Jahrhundert ist der Februar dem Black History Month gewidmet – entstanden aus dem Bedürfnis Schwarzer Menschen, ihre Geschichte selbst zu erzählen und sichtbar zu machen. Was 1926 als »Negro History Week« begann, ist heute ein internationaler Erinnerungsmonat, der Schwarze Errungenschaften, politische Kämpfe und kulturelles Erbe würdigt. Doch dieses Erinnern ist alles andere als selbstverständlich.
In den USA, wo der Black History Month fest in Bildung, Öffentlichkeit und sogar Konsumkultur verankert ist, gerät er zunehmend unter Druck. Erstarkender Rassismus, Angriffe auf Diversitätsprogramme und der Versuch, Schwarze Geschichte aus Schulen und öffentlichen Debatten zu verdrängen, stellen die Frage neu: Wessen Geschichte darf erinnert werden – und warum? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläum blickt dieses Dossier zurück, ordnet ein und fragt beispielhaft, was Schwarze Geschichte heute bedeutet, wenn demokratische Errungenschaften selbst zur Disposition stehen.
Bruchstellen einer Revolution
Die Nelkenrevolution aus afrikanischer Perspektive
Die portugiesische Nelkenrevolution gilt als weitestgehend friedlicher Umbruch, der Demokratisierung und Dekolonisierung mit sich brachte. Aus Sicht der ehemaligen afrikanischen Kolonien war dieser Prozess jedoch vielschichtiger und ambivalenter.
von Doris Wieser