KI und globale Ungleichheit:
Macht, Politik, Ausschlüsse
Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig, man kann sich ihr kaum noch entziehen. Im Globalen Norden als bedienungsfreundliche Suchmaschine, im Globalen Süden als neue Form der Ausbeutung?
Der Aufschwung, der in vielen Erzählungen über KI mitschwingt, wirkt bei genauerem Hinsehen seltsam brüchig, wie unsere Autor*innen feststellen. Die Inhalte, die die KI ausspuckt, entstammen nicht dem luftleeren Raum. Content-Moderator*innen filtern im großen Stil pornographische und andere gewaltvolle Inhalte heraus, um KIs zu trainieren. Diese Arbeit unter ausbeuterischen Verhältnissen übernehmen meist Menschen aus dem globalen Süden – eine immense Schieflage der seelischen Belastung.
Zudem nistet sich KI zunehmend in unser Zusammenleben ein; wird Freundin und Helferin beim lückenlosen Überwachen und Migrationskontrolle – und entlastet dabei ganz effizient auch noch die Überbleibsel menschlichen Gewissens.
Im Dossier beleuchten unsere Autor*innen diese Entwicklungen kritisch und fragen, wie KI bestehende Herrschaftsverhältnisse stabilisiert oder verschärft – und wie viel Substanz der Hype um KI als gesellschaftlicher Transformationsmotor überhaupt hat.
Wie Künstliche Intelligenz unser Denken verändert
Angstlust, Euphorie & Dystopia - Ein Menschheitstraum ?
Georg Seeßlen untersucht, wie Künstliche Intelligenz unser Denken verändert – zwischen Macht, Mythos, Euphorie und Ohnmacht. Eine kritische Analyse der sozialen, politischen und ökonomischen Dynamiken hinter der KI-Entwicklung.
von Georg Seeßlen