Kampfsportler in Anhembi, Brasilien | Foto: Ricardo Sobrinho

Kulturkampf

Ringen um Deutungshoheit

In den USA verbreitet die Trump-Regierung Storys über haitianische Migrant*innen, die Hunde essen würden. In Japan wird eine Frau Präsidentin, die sich selbst stolz als »Japans Eiserne Lady« bezeichnet und anti-chinesische, Diffamierung betreibt; und in Osteuropa warnen rechte Parteien vor »Gendergaga« aus dem liberalen Westen. Überall dominieren die Rechten das Phänomen Kulturkampf. Linke scheinen dem gegenüber in der Defensive zu stehen.

Rechter Kulturkampf erscheint irrational, teilweise lächerlich, doch er hat Erfolg und bringt konkrete politische Schädigungen mit sich.

Besonders Migrant*innen sind die Zielscheibe rechter Kulturkämpfe. Mit Erfolg: Die GEAS-Reform demontiert das Grundrecht auf Asyl in den EU-Staaten ein weiteres Mal. Im Dossier besprechen unsere Autor*innen, wie der Erfolg des rechten Kulturkampfs mit der autoritären Wende zusammenhängt, wo ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen, aber inwieweit Ansätze eines Kulturkampfs von links wirksam sind. Denn dort gibt Erfolge, an die es gilt anzuknüpfen und davon zu lernen.

In Springfield essen sie Hunde - Kulturkampf von rechts

In der Bauruine einer orthodoxen Kirche in Magdeburg prangt eine bunte Installation von Pussy Riot zum Punk-Gebet

Decolonize Osteuropa?

Nationsbildung und Kulturkämpfe in postsozialistischen Ländern

Kulturkämpfe bestimmen Politik im post­sowjetischen Raum: Konflikte um Gender, Nation und Geschichte verbinden sich mit Fragen von Dekolon­isierung und Identität.

von Peter Korig

Tuba-Spieler bei den »No Kings«-Protest in Atlanta, Georgia

Rechter Kulturkampf: Macht, Mythos und Widerstand

Der rechte Kulturkampf ist global auf dem Vormarsch. Doch ein genauer Blick zeigt: Kultureller Widerstand, Spott und kreative Protest­formen setzen den autoritären Projekten Grenzen.

Szene aus der "Revolutionären Oper", eine Ballettvorstellung in der Großen Halle des Volkes in Peking, China.

Erbe der Kulturrevolution in China

Wie prägt die Kultur­revolution Chinas Gegen­wart? Der Artikel zeigt, wie Xi Jinping Kultur als politisches Instru­ment im globalen Wett­bewerb nutzt – zwischen Ideologie, Kontrolle und gesellschaft­lichem Wandel.

Wandbild vom Gleichnis vom Schiff des Schiismus. In der Mitte sitzen der Prophet und sein Nachfolger Ali unter einem Baldachin, während Alis Söhne Hasan und Husain im Hintergrund stehen. 1530–35

Wie das Deutsche Reich und Iran Freunde wurden

1934/35 gelang die über­raschende Annäher­ung zwischen NS-Deutsch­land und Iran. Kulturelle Gesten (wie das Firdosi-Millennium) spielten dabei eine zentrale Rolle in der Diplomatie.

Queerere Protestierende in São Paulo mit Regenbogenfächer und der Aufschrift »Fora Bolsonaro« (Bolsonaro raus)

Gott, Vaterland, Familie

Der Kultur­kampf der Rechten in Brasilien wirkt bis heute: Mit Des­information, Anti­feminismus und Angriffen auf Minder­heiten prägen konservative Kräfte Politik und Gesell­schaft weit über die Amtszeit von Jair Bolsonaro hinaus.

Henk Jan van Schothorst vom Christian Council Internation ist häufig Speaker auf African Family Conferences

Rechter Kulturkampf in Afrika

Auf sogenannten African Family Conferences wird ein konser­vatives Familien­bild als »afrikanisch« verkauft. Der Artikel zeigt, wie rechte Evan­gelikale aus Europa und den USA Menschen­rechte delegi­timieren und versuchen Diskurse über Familie, Geschlecht und Kultur nach rechts zu drängen.

Mitglieder der Unit Amal protestieren vor einem Gebäude gegen den Präsidenten Anwar Ibrahim

Rechte im ethno-religiösen Kulturkampf

Rechter Aktivismus in Malaysia: Kulturkampf gegen Minderheiten

Rechte Akteur*innen in Malaysia schüren Angst vor Minder­heiten und treiben eine ethno­religiöse Polari­sierung voran. Der Artikel analysiert Strategien, Begriffe und politische Dynamiken hinter der Festi­gung malaiisch-muslimischer Hege­monie.

von Hew Wai Weng

Ein Reh steht in einem Kiosk in Nara

Sanseito, Fake News und »Japan First«

Böse Chinesen, unschuldige Rehe – und eine neue Premier­ministerin: Japan hat sich dem globalen Trend zum Rechts­popu[-lismus ange­schlossen. Was steckt hinter dem Aufstieg von Takaichi und der neuen japanischen Rechten?

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