Vorwärts marsch
Die neue Militarisierung
In der so genannten Junarmija wird russischen Kindern und Jugendlichen spielerisch der Umgang mit der Waffe beigebracht, Militärs treiben ihr Unwesen im Sahel und in Afghanistan, die Frauen der YPJ in Rojava verteidigen sich unermüdlich gegen Angriffe. Die Bilder, die wir mit dem Militärischen verbinden, sind oft in Flecktarn getaucht: Panzer, Wehrpflicht, Uniformen. Doch was, wie und wo militarisiert wird, lässt sich oft nur schwer überblicken. Wie vielschichtig und hartnäckig die Militarisierung in unser aller Alltag eindringt, besprechen unsere Autor*innen in diesem Dossier.
Krieg wird oft als (einziges) Mittel zur Wiederherstellung von Frieden stilisiert. Zugleich wandelt sich der Modus Operandi der Militarisierung: Zunehmend rücken KI-gestützte Technologien, Drohnen und andere so genannte »autonome Waffensysteme« in den Vordergrund. Die Bundeswehr präsentiert auf ihrer Website KI stolz als »die unsichtbare Superkraft der Zukunft«.
Dieses Dossier nimmt »die neue Militarisierung« in all ihren globalen Erscheinungsformen ins Visier und bespricht, welche Interessen, Verflechtungen und lokalen Realitäten dahinterstehen.
Hilfe, die Helfer kommen
Milizen und Militärs im Sahel drangsalieren die Bevölkerung
Nach Militärputschen in Mali und Niger sollte Sicherheit einkehren. Doch jihadistische Gruppen erstarken, russische Söldner scheitern – und die Bevölkerung leidet unter wachsender Militarisierung von allen Seiten.
von Bernhard Schmid
Widerstand ist Leben
Gesellschaftliche Selbstverteidigung jenseits des Staates
In Rojava bedeutet Selbstverteidigung mehr als militärischer Schutz: Frauen organisieren Demokratie von unten. Trotz islamistischer Angriffe verteidigen sie Freiheit, Würde und kollektive Selbstbestimmung – jenseits staatlicher Logik.
von Luna Azalea und Naim Schieber