grüne Blätter wachsen durch ein zerstörtes oder verfallenes Glassteinfenster
Foto: unsplash

Degrowth

Was wächst denn da?

Höher, weiter, schneller, besser – Fortschritt und Wachstum gelten oft als Versprechen auf ein besseres Leben. Doch reichen Solaranlagen, Fair Fashion und andere »grüne« Konsumangebote aus, wenn sie weiterhin auf immer mehr Produktion und Verbrauch setzen?

Angesichts eines gescheiterten grünen Kapitalismus und überschrittener planetarer Grenzen geht es nicht mehr um ökologische Modernisierung, sondern um den Umgang mit Verlust und wachsender Ungleichheit – hier setzt die Postwachstumsbewegung ein. Wenn es nach ihr ginge, hätte die Weltbevölkerung schon lange begonnen, jene Wirtschaftsbereiche zu schrumpfen, die ökologische Zerstörung verursachen. Wir wären damit beschäftigt zu vergesellschaften, umzuverteilen, die kollektive Daseinsvorsorge auszubauen – und die Ausbeutung von Natur und Mensch wenigstens zurückzuschrauben. Es bleibt die Frage: Welche politischen, sozialen und globalen Perspektiven braucht es dafür?

 

 

Post­wachstum in Zeiten des Kollaps

Atomkraftwerk hinter einer spiegelnden Wasserfläche

Zur Geschichte von Degrowth

Das Kollapsozän war lange absehbar

Die Kritik am Wachs­tums­modell entstand nicht erst in Europa. Der Beitrag zeichnet die Geschichte von Degrowth und Post­wachs­tum von anti­kolonialen Bewegungen bis zu aktuellen Debatten um Klima­gerechtigkeit, globale Ungleichheit und Dekolon­isierung nach.

von Matthias Schmelzer

Maschinen in einer großen Industriehalle

Kapitalismus an seinen Grenzen

Zwischen Klima­krise, Ressourcen­verbrauch und den Grenzen des grünen Kapital­ismus analysiert Ulrich Brand die imperiale Lebens­weise – und fragt, ob Degrowth ein realis­tischer Weg aus der sozial-ökolog­ischen Krise sein kann.

Genug für alle

Postwachs­tum bedeutet nicht Verzicht, sondern eine gerechtere Verteilung von Ressourcen. Warum gehören Klima­schutz und Umver­teilung zusammen und wie kann ein gutes Leben für alle inner­halb ökolog­ischer Grenzen möglich werden?

Fabrikgebäude mit rauchenden Schornsteinen

Was, wenn Trans­formation nicht Rettung bedeutet?

Hospicing Modernity lädt dazu ein, dem Zerfall vertrau­ter Gewiss­heiten zu begegnen und in den Verlusten unserer Zeit die Offen­heit einer unge­wissen Zukunft auszu­halten.

Industrieanlage mit Schornsteinen und Metallrohren

Verwandtschaft durch Verantwortung

Wie kann Miteinander auf beschädigtem Terrain gelingen? Sarah Lopper erkundet Kinship als Praxis ökologischer Ver­antwortung im Anthro­pozän – jenseits von Techno­solutionismus und Dystopie.

Hafenanlage mit Ladekränen, Containerschiffen und einer zugefrorenen Meeresfläche im Vordergrund

Verantwortung für alle und alles

Ökosoziale Transformation braucht das kollektive Subjekt

Für Post­wachstum reicht individuelles Konsum­verhalten nicht aus. Der Beitrag argumentiert für ein kollektives Subjekt, das Verant­wortung für alle und alles übernimmt und Freiheit als Fürein­ander statt Konkurrenz versteht.

von Mirko Maschewsky

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