Degrowth
Was wächst denn da?
Höher, weiter, schneller, besser – Fortschritt und Wachstum gelten oft als Versprechen auf ein besseres Leben. Doch reichen Solaranlagen, Fair Fashion und andere »grüne« Konsumangebote aus, wenn sie weiterhin auf immer mehr Produktion und Verbrauch setzen?
Angesichts eines gescheiterten grünen Kapitalismus und überschrittener planetarer Grenzen geht es nicht mehr um ökologische Modernisierung, sondern um den Umgang mit Verlust und wachsender Ungleichheit – hier setzt die Postwachstumsbewegung ein. Wenn es nach ihr ginge, hätte die Weltbevölkerung schon lange begonnen, jene Wirtschaftsbereiche zu schrumpfen, die ökologische Zerstörung verursachen. Wir wären damit beschäftigt zu vergesellschaften, umzuverteilen, die kollektive Daseinsvorsorge auszubauen – und die Ausbeutung von Natur und Mensch wenigstens zurückzuschrauben. Es bleibt die Frage: Welche politischen, sozialen und globalen Perspektiven braucht es dafür?
Verantwortung für alle und alles
Ökosoziale Transformation braucht das kollektive Subjekt
Für Postwachstum reicht individuelles Konsumverhalten nicht aus. Der Beitrag argumentiert für ein kollektives Subjekt, das Verantwortung für alle und alles übernimmt und Freiheit als Füreinander statt Konkurrenz versteht.
von Mirko Maschewsky