Festung Deutschland
10 Jahre nach dem Willkommenssommer
Vom »Willkommenssommer« über den »Langen Sommer der Migration« bis hin zur »Flüchtlingskrise« … Wie auch immer die Migrationsbewegungen um 2015 betitelt werden, sie fanden nicht im luftleeren Raum statt: Die Solidarität war auch ein Ergebnis jahrzehntelanger antirassistischer Kämpfe.
Der Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt, wie sich die Grenzen des Sag- und Machbaren immer weiter nach rechts verschieben. Das Narrativ der »illegalen Migration« , die Bezahlkarte als zusätzliche staatliche Schikane und die zunehmende Unterminierung des Rechts auf Asyl – die Bedrohungen für Migrant*innen in Deutschland (oder auf dem Weg dahin) scheinen allgegenwärtig. Wie konnte es dazu kommen? Und: wie kann Widerstand geleistet werden?
Mit unserem Dossier wollen wir nicht nur zu einem Verständnis beitragen, wie die regressive Spirale in der Migrationspolitik in Gang gesetzt wurde. Wir wollen uns gegen die schnell einsetzende Gewöhnung stemmen, die auch die antirassistische Linke lähmt und durch die in Vergessenheit gerät, dass eine gerechte Migrationspolitik als konsequente Sozialpolitik möglich ist!
Was übrig bleibt
Der lange Sommer der Migration jährt sich zum zehnten Mal
Das, was einst ‚Willkommenskultur‘ genannt wurde, scheint verblasst. Angesichts der Normalisierung massiver Gewalt an den Grenzen und rassistischer Hetze, fragt sich: Wo stehen wir zehn Jahre später?
von Valeria Hänsel
Instrumentalisiert
Zur Debatte um Migration und Geschlecht
Patriarchale Gewalt wird oft gesellschaftlich und politisch ausgeblendet. Im Migrationsdiskurs allerdings wird das Narrativ der gewaltvollen Männer und schutzsuchenden Frauen instrumentalisiert. Woher kommt diese Erzählung?
von Amina Aziz und Rahel Lang
»Eine der größten Ungerechtigkeiten unserer Zeit«
Workshop zu Klimagerechtigkeit vom Transborders Camp in Nantes
Warum siedelt ein Viehhirt wegen der Klimakrise 800 Rinder in Guinea um? Und was schuldet Europa Westafrika für Klimaschäden? Darüber diskutieren Teilnehmende und Aktivist*innen aus Niger, Mali, Togo und Guinea in einem Workshop zu Klimagerechtigkeit.
von Lars Springfeld