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"Schädel X" - Freiburg und der deutsche Kolonialismus

Vortrag und Diskussion des Stücks „Schädel X“, im Rahmen des Freiburg Festival 2018 mit Dr. Bernd-Stefan Grewe und Heiko Wegmann
Wann 13.06.2018
von 19:00 bis 22:00
Wo E-WERK Freiburg, Kammertheater
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Vom 8. bis zum 16. Juni lädt das Freiburg Festival 2018 ein zu internationalen Tanz- und Theaterstücken. Die interdisziplinären Produktionen werden von einem Rahmenprogramm begleitet – unter anderem in Zusammenarbeit mit dem iz3w. Am 13. Juni um 19 Uhr diskutieren Dr. Bernd-Stefan Grewe  von der Universität Tübingen und Heiko Wegmann (freiburg-postkolonial.de) mit den Künstler*innen der Produktion „Schädel X“ über den deutschen (Post-)kolonialismus.

Es ist ein weitgehend in Vergessenheit geratenes Erbe, aber Freiburg war auf vielfältige Weise Teil des deutschen Kolonialismus. Soldaten zogen in Kolonialkriege, Händler verkauften Kolonialwaren und Forscher sammelten menschliche Schädel. Eine breite Mehrheit unterstützte oder tolerierte jahrzehntelang die aggressive deutsche Kolonialpolitik. Milieuübergreifend befürwortete man die Unterwerfung und „Zivilisierung“ anderer Gesellschaften, selbst als die Kolonien bereits ‚verloren‘ waren.

 

Lecture Performance SCHÄDEL X

Im Wohnzimmerschrank seiner Großeltern befand sich ein menschlicher Schädel. Mit ihm im Gepäck ging Konradin Ziegenfuß zu Vorsprechen an deutschen Schauspielschulen. Bis ihm klar wurde: hier geht es nicht um „Sein oder nicht sein“, sondern um die Frage nach der Herkunft eines Schädels!

In den Kellern deutscher Universitäten und Museen – auch in Freiburg – lagern tausende Schädel. Einige wurden von den Leichen hingerichteter „Aufständischer“ abgetrennt und als Trophäe nach Deutschland verschickt. Dort betrieben Wissenschaftler Rassenforschung an ihnen. 100 Jahre später mehren sich Forderungen nach Restitution dieser Schädel an die Nachfahren.

Um den Schädel in der Lecture Performance SCHÄDEL X kreisen gleich zwei biografische Geschichten: Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer (post-)kolonialen Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

Die preisgekrönte Kompanie Flinn Works (Berlin/Kassel) entwickelt multiperspektivische Stücke zur globalisierten Welt. In den recherchebasierten Produktionen untersuchen internationale und interdisziplinäre Teams gesellschaftspolitische Themen.

„Der Schauspieler liefert eine ebenso eindringliche wie verstörende Performance. (…) „Schädel X“ allerdings macht klar: Der Versuch, das Ungeheuerliche auszusitzen, wird scheitern. Nachfahren und politisch Engagierte wird man künftig auch dank der Arbeit von Flinn Works nicht mehr ignorieren können.“ NDR

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause
In deutscher Sprache