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Kolonialismus & Postkolonialismus

Der europäische Kolonialismus in den Ländern des globalen Südens wurde in der iz3w seit jeher thematisiert. Seit einigen Jahren gilt ein besonderes Augenmerk dem deutschen Kolonialismus. Lange ein Stiefkind der Geschichtswissenschaft, spielte dieser Aspekt der deutschen Geschichte selbst in der kritischen Öffentlichkeit lange Zeit kaum eine Rolle. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre widmet sich die iz3w in zahlreichen Artikeln und Themenschwerpunkten diesem verdrängten Thema. Zum 100. Jahrestag des deutschen Genozides im heutigen Namibia 2004 erfolgte in zwei aufeinanderfolgenden Heften eine intensive Beschäftigung mit dem Thema: Dem ersten Themenheft „Nicht vergeben, nicht vergessen“ (Ausgabe 275) folgte die schnell vergriffene und nur noch als pdf-Datei erhältliche Ausgabe „Eine verklärte Geschichte“(276).

In den Folgejahren erschienen im Rahmen einer Artikelreihe zum Deutschen Kolonialismus zahlreiche weitere Beiträge. In ihr kamen fast alle namhaften WisenschaftlerInnen zu Wort, die zum deutschen Kolonialismus publizieren. Hingewiesen sei beispielsweise auf die kontroverse Debatte über die so genannte Kontinuitätsthese, laut der das Genozid der Deutschen an den Herrero und Nama direkt zur Vorgeschichte des Holocaust gehört (in iz3w 308, 309 und 310)

Die erinnerungspolitische Befassung mit dem deutschen Kolonialismus sowie seine lokalen Spuren sind Gegenstand des Projektes „freiburg-postkolonial“. Hier finden sich neben Rezensionen von Fachliteratur und Texten zur Geschichte des deutschen Kolonialismus zahlreiche Beispiele für die Präsenz des Kolonialen in einer Stadt wie Freiburg.

Postkolonialismus und postkoloniale Theorie sind zudem seit Mitte der 1990er Jahre Thema einzelner Artikel und Rezensionen in der iz3w. In der Ausgabe 297 geht es beispielsweise um die niederländische Debatte über Sklaverei, die Ausgabe 306 informiert über den italienischen Kolonialismus und den Zusammenhang von Kolonialismus und Kunst aus postkolonialer Perspektive. Die Ausgabe 328 beleuchtet die Politisierung der Forderung nach der Rückgabe von namibischen Schädeln. In dem Beitrag "Verräter oder Opfer?" wird über die Rolle algerischer Hilfssoldaten an der Seite des kolonialen Frankreichs diskutiert (Ausgabe 336). Außerdem wird in der Ausgabe 340 und 341 in zwei Teilen aufgezeigt, wie im Ersten Weltkrieg Millionen Kolonialsoldaten eingesetzt wurden. Mit den bis huete spürbaren Folgen des Ersten Weltkriegs in Ostafrika beschäftigt sich auch Ausgabe 343. Des Weiteren wird in diesem Heft über den in Namibia geführten Streit über die postkoloniale Vergangeheitspolitik informiert.

Immer wieder greift die iz3w mit Debattenbeiträgen in die kontroverse Diskussion um angemessene Vergangenheitspolitik ein, etwa im Falle der Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg", um die es in Berlin heftigen Streit gegeben hatte (iz3w 315 , 316 und 317)

Im Jahr 2010 feierten 17 afrikanische Staaten den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Die Ausgabe 319 widmet sich Themen des Neokolonialismus und beleuchtet die Frage, inwiefern postkoloniale Strukturen der Abhängigkeit auch nach 50 Jahren immer noch bestehen und die Emanzipation von ehemaligen Kolonialstaaten in Afrika unvollkommen geblieben ist.

Die Ausgabe 331 hat die "Koloniale Sammelwut" als Themenschwerpunkt. In diesem Heft werden die im Zuge der gegenwärtigen Rückgabeprozesse erkennbaren vergangenheitspolitischen Defizite im Zusammenhang mit kolonialer Gewalt analysiert.