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# 61 Kolumbien

Enttäuschte Hoffnung auf Frieden in Kolumbien

südnordfunk am 4. Juni um 16 Uhr und am 7. Juni um 11 Uhr auf 102,3 MHz

südnordfunk ganze Sendung nachhören oder  downloaden

Fünfzig Jahre lang tobte in Kolumbien ein Bürgerkrieg zwischen staatlichen Gruppen, rechten Paramilitärs, linken Guerillas und anderen Gruppen. Über 200.000 Menschen kostete der Konflikt das Leben. Im November 2016 wurde dann ein Friedensvertrag unterschrieben und die KämpferInnen der linken Guerillagruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) gaben zum größten Teil ihre Waffen ab.

Offiziell herrscht Frieden in Kolumbien. Und tatsächlich ist seitdem die Zahl der bewaffneten Konflikte in dem Land zurückgegangen. Dennoch sind viele Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen von Gewalt betroffen.

Toxicomano Murales: solide visuelle Angriffe / Bogotoa 2017

Wie steht es um die ehemaligen FARC-Kämpfer*innen?

Um sich im zivilen Leben zurecht zu finden, sollen die FARC Kämpfer und Kämpferinnen nach ihrer Entwaffnung vom Staat unterstützt werden. So steht es zumindest im Friedensvertrag. Doch die neue Regierung bremst bei der Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpfer*innen, wo es geht - mit potenziell verheerenden Folgen für den Friedensprozess.

Malin Gütschow und Lisa Westhäußer waren für den südnordfunk in einer Wiedereingliederungszone in Kolumbien unterwegs und sprachen mit Alke Jenns vom Arnold- Bergsträsser Institut Freiburg.

 

Anklage gegen das Verschwindenlassen

Nach dem Friedenschluss: Die Menschenrechtslage in Kolumbien ist verheerend

Seit dem Friedensschluss sind soziale Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen zunehmend Drohungen, Angriffen und Morden ausgesetzt. Leonardo Díaz ist Anwalt und arbeitet als Koordinator des Programms Somos Defensores, das seit 20 Jahren Prävention und Schutz für bedrohte soziale Organisationen und Einzelpersonen aus dem Menschenrechtsbereich anbietet. Onda hat mit ihm gesprochen.

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Deutsche Waffen für kolumbianische Kindersoldaten

Bewährungsstrafen im SIG-Sauer-Prozess

Am 3. April fiel vor dem Landgericht Kiel das Urteil gegen den deutschen Rüstungsproduzenten SIG-Sauer wegen illegaler Waffenexporte nach Kolumbien. Die Kleinwaffen von SIG-Sauer waren dort von Polizei, Militär, Paramilitärs und Guerillas benutzt worden - und selbst in die Hände von Kindersoldaten geraten.

Radio Deyeckland sprach darüber mit dem Rechtsanwalt Holger Rothbauer von der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel“. Sie hatte das Urteil ambivalent bewertet: Einerseits wird SIG-Sauer mit 11 Millionen Euro eine hohe Geldsumme eingezogen. Andererseits kamen die beschuldigten Führungskräfte der Firma mit Bewährungsstrafen davon.

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