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# 67 Biafra - der lange Schatten des Krieges

südnordfunk am 3. Dezember 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz / Livestream rdl.de # Nicht vergessen, nicht vergeben: Sezessionskrieg Biafra # Verflechtung zwischen Missionaren, Hilfswerken und Medien # Hunger in Biafra - von der Macht der Bilder

südnordfunk am 3. Dezember 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz / Wiederholung in Freiburg am Freitag den 6. Dezember um 11 Uhr / Livestream:  rdl.de

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Im Juli 2018 ging ein breites Bündnis von Menschenrechtsorganisationen unter dem #EndMassacres in Nigeria auf die Straße. Auch die spalterischen Zuspitzungen in den Bundesstaaten auf dem ehemaligen Gebiet Biafra erfüllten mache Aktivist*innen mit Sorge.

Im Juli 2018 ging unter dem Hashtag  #EndMassacres ein breites Bündnis von Menschenrechtsorganisationen  in Nigeria auf die Straße. Auch die spalterischen Zuspitzungen in den Bundesstaaten auf dem ehemaligen Gebiet Biafra erfüllten mache Aktivist*innen mit Sorge.

Biafra – ein vergessener Krieg?

2020 jährt sich das Ende des nigerianischen Bürgerkrieges zum 50. Mal. Am 15. Januar 1970 endete der Biafra-Krieg – oder, wie andere sagen, die Sezession. Nach 30 Monaten militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften der Zentralregierung Nigerias und denen der als abtrünnig bezeichneten Ostregion des Landes kapitulierte Biafra, das zuvor monatelang durch eine Blockade eine schwere Versorgungskrise erlitt.

Über die Zahl der Opfer gibt es bis heute keine gesicherten Erkenntnisse. Die meisten Schätzungen gehen von rund zwei Millionen Toten aus. Dabei starben die meisten Menschen nicht an den direkten Folgen der militärischen Kämpfe, sondern am Hunger.

Der Konflikt war und ist in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück der Geschichte.

Zum einen war es der erste Sezessionskrieg im postkolonialen Afrika. Zudem war es die erste Hungersnot, die täglich in die Wohnzimmer der Europäer übertragen wurde. Eine zivile Luftbrücke versuchte, die Menschen in Biafra vor dem Hungertod zu retten - es kam zu einer der größten humanitären Hilfsaktionen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Hunger wurde zum Medienereignis und Mittel der Kriegsführung beziehungsweise der Propaganda. Für die Hilfsorganisationen wurden die drastischen Bilder von hungernden Kindern zum festen Bestandteil der Spendenwerbung.

Welche Lehren wurden aus dem Krieg gezogen? Haben Medien und Hilfsorganisationen – in der Absicht, zu helfen, am Ende den Krieg verlängert? Wie hat Biafra das europäische Bild vom afrikanischen Kontinent geprägt?

Biafra-Nigeria

Rückblick: Der lange Schatten des Krieges „Nigeria gegen Biafra“

Was war dem Krieg vorausgegangen, wie kam es zu der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der nigerianischen Ostprovinz? Wie haben die postkolonialen Machtverhältnisse den Kriegsverlauf beeinflusst? Und was - außer den Bildern von Hunger und Hilfe - ist vom Krieg in Biafra in Erinnerung geblieben? Ein Rückblick auf einen Meilenstein der postkolonialen Geschichte zwischen Europa und Afrika.

Interview: Der Historiker Kevin O‘Sullivan über die Verflechtung zwischen Missionaren, Hilfswerken und Medien im Biafra-Krieg

Biafra war es die erste Hungersnot, die täglich in die Wohnzimmer der Europäer übertragen wurde. Nachdem der Krieg lange im Abseits der Aufmerksamkeit lag, schafften irische Missionare es, die Medien zu mobilisieren. Ihr Einfluss auf die Wahrnehmung des Krieges hat so manchen Blick für die komplexen Hintergründe verstellt.  Während Biafra den Krieg verlor, gewannen die Wohltätigkeitsvereine starken Zulauf. Wir sprachen mit dem irischen Historiker Kevin O’Sullivan.

Interview Teil 1:   Medien und Missionare

Interview Teil 2:  Wohltätigkeit und Solidarität

Kevin O’Sullivan analysiert in seinem Buch Irland, Africa and the End of Empire, wie kleine und mittlere Staaten wie Irland, Kanada, die Niederlande und die nordischen Staaten den afrikanischen Kontinent zur Gestaltung ihrer Position im internationalen System genutzt haben. Es geht um die Auswirkungen Afrikas auf die irische Außenpolitik, die Verbindung zwischen afrikanischer Dekolonisierung und irischer postkolonialer Identität und die Missionare, Helfer*nnen, Diplomat*innen, Friedenstruppen und Anti-Apartheid-Demonstrant*innen. Denn sie bilden das Herzstück des irischen Verständnisses von der Dritten Welt.

Spenden gegen den Hunger? Biafra und die Macht der Bilder

Biafra in den Medien

In Folge der Berichterstattung über den Biafra Krieg gründeten sich in Westdeutschland Dutzende “Biafra-Gruppen” und “Biafra-Komitees”, die Spenden sammelten, Briefe an Abgeordnete schrieben und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Insbesondere die Bilder aus Biafra von ausgemergelten Kindern mit aufgeblähten Bäuchen riefen Mitleid, Empörung und eine klare Parteinnahme für die Sezessionisten aus Biafra hervor.

Bis heute gilt das Schlagwort “Biafra” als Synonym für hungernde Kinder – über die komplexen Hintergründe des Konfliktes wurde damals in Europa indes wenig berichtet. Im Interview erläutert Carolin Philipp von glokal e.V., wie und warum die Biafra-Bilder eine solche Wirkmächtigkeit entfalten konnten. Beitrag hören

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Proteste & Energiekrise in Haiti

Beiträge zu 1968 international

Pedro Monaville ist Assistant-Professor an der New York University in Abu Dhabi und forscht zu linker Protestgeschichte im Kongo. Der südnordfunk sprach mit ihm über die Studentenbewegung 1968 im Kongo.

 

Edith Gonzalez aus Mexiko über das Massaker von Tlatelolco:  Mexiko1968 war das Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko. Es war auch ein Jahr des gemeinsamen Aufbegehrens gegen ein autoritäres Regime und seine Gewalt. Edith Gonzalez nahm als Dreizehnjährige an den Mobilisierungen teil.

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