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# 74 Rechte Gewalt - alltäglich und unsichtbar

Gewalt ist das grundlegende Element rechter Ideologien weltweit. Jeden Tag werden Minderheiten, linke Aktivist*innen und andere Menschen, die nicht in rechte Weltbilder passen, ermordet, angegriffen oder bedroht. Diese Gewalt ist häufig nicht sichtbar: Rassistische Denkmuster machen die Opfer selbst für die Übergriffe verantwortlich, staatliche Institution nehmen rechte Gewalt nicht ernst oder sind sogar selbst in sie verwickelt. Im Südnordfunk im Juli blicken wir unter anderem auf die Verbindungen zwischen Regierung und rechten Paramilitärs in Kolumbien, die für die zunehmenden Morde an Aktivist*innen Sozialer Bewegungen verantwortlich sind. Außerdem berichtetet die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn und die Rolle der Orbán Regierung.

südnordfunk vom 7. Juli 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

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"Ich kann nicht atmen"

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Anfang Juni sind in Deutschland zenhntausende Menschen gegen strukturellen Rassismus auf die Straße gegangen. Nach dem erneut ein schwarzer Mensch, George Floyd, in den USA durch Polizeigewalt gestorben ist, scheint das Thema endlich mehr Sichtbarbkeit auch in Deutschland zu bekommen. Ein Ende des rassistischen Normalzustandes, wie ihn migrantische Menschen beschreiben? Nein!, argumentiert das Editorial der aktuellen iz3w-Ausgabe. ► Ein Kommentar zur Rassismusdebatte in Deutschland von Larissa Schober.

 

"Manche Menschen trauen sich kaum mehr vor die Tür"

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Rechte Gewalt ist oft unsichtbar für Menschen, die sich mit dem Phänomen nur auseinandersetzen müssen, wenn sie nach einem rechten Anschlag wie zuletzt in Hanau die Zeitung aufschlagen. Alltäglich und eine ständige Bedrohung ist sie für diejenigen, die nicht ins rechte Weltbild passen: Migrant*innen, People of Color, queere Menschen, linke Aktivist*innen. Die Perspektive der Betroffenen kommt in der Gesellschaft dabei viel zu wenig vor. Das erklärt Sara Haupenthal im Interview. Sie leitet das Projekt CURA – Opferfonds Rechte Gewalt bei der Amadeu Antonio Stiftung. Mit dem Fonds werden Betroffene finanziell unterstützt. ► Das Interview führte Lisa Westhäußer.

 

Bäuerlicher Aktivismus und rechte Morde in Kolumbien

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In Kolumbien besteht eine regelrechte Allianz zwischen Staat, rechten bewaffneten Gruppen und kapitalistischen Interessen. Seit Jahrzehnten ermorden rechte Paramilitärs gezielt Aktivist*innen aus sozialen Bewegungen. Die Paramilitärs setzen dabei die Interessen von Drogenbaronen und Großgrundbesitzern durch. Interessen, die auch der aktuelle Präsident Duque vertritt. Duque lässt die Morde an den Aktivist*innen einfach so geschehen. Opfer dieser Morde werden Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte einsetzen, für den Zugang zu Land und gegen große Bergbauprojekte, an denen häufig auch europäische Firmen beteiligt sind. Auch Jorge Enrique Oramas kämpfte gegen ein Bergbauprojekt im Departamento Valle de Cauca im Südwesten Kolumbiens. Er wurde Mitte Mai ermordet. Mutige Landrechtsaktivistinnen begehren auf gegen die staatlich gewollte rechte Gewalt. ► Ein Beitrag von Claudia Patricia Ghitis.

 

Staatliche Schikane und strukturelle Diskriminierung

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Antiziganismus, der strukturelle Hass und die strukturelle Diskriminierung von Sinti und Roma nimmt in ganz Europa zu. In Ungarn, wo Romnja und Roma seit Jahrhunderten leben, ist der Antiziganismus einerseits ein kulturelles Erbe, das nicht „aufgearbeitet“ wurde. Anderseits wird er seit 2010 von der Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán stark begefeuert. Die strukturelle Diskriminierung der Romnja und Roma wird dabei verschärft durch die so genannte „Roma-Strategie“ der Regierung aus dem Jahr 2011. Nicht selten fordert der tiefsitzende Antiziganismus in der Gesellschaft Opfer und Romnja und Roma werden von paramilitärischen Organisationen ermordet. ► Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn.

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Proteste & Energiekrise in Haiti

Beiträge zu 1968 international

Pedro Monaville ist Assistant-Professor an der New York University in Abu Dhabi und forscht zu linker Protestgeschichte im Kongo. Der südnordfunk sprach mit ihm über die Studentenbewegung 1968 im Kongo.

 

Edith Gonzalez aus Mexiko über das Massaker von Tlatelolco:  Mexiko1968 war das Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko. Es war auch ein Jahr des gemeinsamen Aufbegehrens gegen ein autoritäres Regime und seine Gewalt. Edith Gonzalez nahm als Dreizehnjährige an den Mobilisierungen teil.

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